Unser Hund aus Ungarn - Teil 7 - Die erste Woche

24.06.14

Die erste Woche mit unserem neuen Hund Tony war extrem spannend. Heute will ich mit euch unsere Erfahrungen teilen und euch einige Tipps zum Eingewöhnen von Hunden geben. Viel Spaß beim Stöbern : )

Der Rhythmus

Wie ich bereits erwähnt habe, ist ein Tagesrhythmus gerade beim Eingewöhnen von Hunden sehr wertvoll. Nicht nur die ersten beiden Tage zogen wir unseren Tagesablauf durch. Als ich nach dem zweiten gemeinsamen Tag mit meinen Eltern und Tony wieder nach Hause ging, wussten meine Eltern was zu tun ist. Auch wenn ich gerne ununterbrochen bei meinen Eltern geblieben wäre, so war mir doch bewusst, dass ich mich langsam zurückziehen sollte. Ich war die ersten zwei Tage ja nur dort, um meine Eltern beim Eingewöhnen zu unterschützen und Hilfestellungen zu geben. Schließlich habe ich die Adoption auch angeleiert ; ) Deshalb fühle ich mich auch verantwortlich dafür, dass alles möglichst reibungslos klappt. Aber fest stand auch, dass Tony keinesfalls mich als Bezugsperson ansehen sollte. Meine Mutter sollte der Mensch sein, den Tony als Bezugsperson anerkennt. Es war also Zeit das Feld zu räumen und die drei sich selbst zu überlassen.

Meine Eltern hielten sich an den am Wochenende getesteten Tagesablauf, der von Tony gut angenommen wurde. Morgens laufen, dann fressen, ruhen und mittags war Spielzeit. Gegen Abend dann wieder laufen, fressen und dann konnte der Abend ruhig ausklingen. Das funktionierte die ganze Woche über super. Durch die zwei ausgiebigen Spaziergänge jeden Tag war der Kleine gut ausgelastet und danach immer angenehm müde. Die tägliche Spielzeit am Mittag sorgte für jede Menge Spaß und auch dafür, dass Tony seinen altersgerechten Spieltrieb ausleben konnte.

Die Entwurmung

Auch wenn einige Hundebesitzer der Meinung sind, dass Entwurmungen schädlich sind, so bin ich der Meinung, dass es in gewisser Weise notwendig ist, um die allgemeine Wurmbelastung in der Umgebung so gering wie möglich zu halten. Da Tony aus Ungarn kommt und noch keine Entwurmung durchgeführt wurde, fand ich es sinnvoll diese schnellstmöglich nachzuholen. Man weiß ja nie, welche Parasiten schon aufgeschnappt wurden. Also rief ich Anfang der Woche bei unserem Tierarzt an und fragte, ob sie gerade Wurmkuren dahaben und fuhr direkt los. Ich kaufte eine Tablette vom Tierarzt für 7,5 Euro, die aufgrund des Körpergewichts von Tony für zwei Wurmkuren ausreicht. Die Tablette gibt man dem Hund einfach mit einem Leckerli oder etwas Wurst. Wichtig ist zu kontrollieren, ob die Tablette auch tatsächlich geschluckt wird. Gebt ihr die Tablette auf nüchternen Magen ist die Wirksamkeit erhöht.

Grundsätzlich können sich Hunde mit Würmern ständig infizieren. An jeder Ecke lauert die Gefahr. Vor allem weil Hunde ja überall dran schnuppern und auch vieles fressen, was nicht unbedingt von uns gewollt ist. Die können sich auch durch Abschlecken oder beschnuppern bei anderen Hunden anstecken. Infektionsmöglichkeiten sind:

  • Kot anderer Hunde und Katzen
  • Fressen von Mäusen
  • Über Muttermilch (Spulwürmer)
  • rohes Fleisch
  • über die Haut

Ich habe mich auch lange mit der Tierärztin über die Problematik unterhalten. Sie sagte mir auf meine Frage ob die Tabletten Hunden schaden, dass natürlich jedes Medikament vom Körper abgebaut werden muss, aber das Tier keinen dauerhaften Schaden davon nimmt. Viel größer sei das Risiko, dass das Tier aufgrund von Würmern schwer krank wird. Vor allem muss man sich bewusst machen, dass die allgemeine Wurmbelastung in der Umgebung steigt, wenn Hundehalter vermehrt auf das Entwurmen verzichten. Denn dann wird das Ausscheiden von Wurmeiern, an denen sich wiederum andere Hunde anstecken können, nicht kontinuierlich vermieden.

Eine Entwurmungstablette sollte rund 3 bis 4 Mal pro Jahr gegeben werden. Bedenkt dabei das gesundheitliche Risiko das ihr euren Hunden erspart: Die Larven der Würmer bleiben nicht im Darm des Hundes, sondern können sich auf diverse Organe wie Gehirn, Haut und Augen ausbreiten und dort erheblichen Schaden anrichten!

Übrigens sieht man Wurmeier im Kot nicht immer mit dem bloßen Auge. Häufig ist eine Untersuchung des Tierarztes mit dem Mikroskop notwendig. Wenn ihr mehrere Tiere habt, sollten alle entwurmt werden, sonst wäre es sinnlos. In einem separaten Beitrag werde ich auf das Thema Entwurmung noch detaillierter eingehen.

Kein Besuch

Viele Halter neigen in den ersten Tagen dazu ihren neuen Hunden jedem vorzustellen. Neben der Familie werden Freunde und Verwandte, Nachbarn und weiß Gott noch wer alles eingeladen, um den Hund zu präsentieren. Ich persönlich halte davon gar nichts. Deshalb haben wir auch allen Bescheid gegeben, dass sie in der ersten Woche wenn möglich nicht vorbeikommen sollen, sondern zu einem späteren Zeitpunkt. Denn in den ersten Tagen muss der Hund schon so viele neue Eindrücke verarbeiten, dass es einfach reicht. Außerdem kennt er seine neuen Herrchen ja noch nicht mal richtig. Die Tiere sollten genug Zeit haben um sich an ihre neue Umgebung und die neuen Menschen gewöhnen zu können. Überrumpelt sie nicht gleich mit Besuch! Das ist einfach zu viel für den Anfang.

Tierarzttermin

Ende der ersten Woche haben wir dann auch gleich noch einen Termin beim Tierarzt für einen Kontrollbesuch gemacht. Dabei soll Tony einmal rundum durchgecheckt werden. Außerdem wird dann ein Termin für die Kastration ausgemacht. Denn die mussten wir ja sowieso noch durchführen lassen, weil das bei einer Adoption so vorgeschrieben ist. Doch dazu im nächsten Teil mehr ; )

 

Unser Hund aus Ungarn – Teil 1 – Kennenlernen

Unser Hund aus Ungarn – Teil 2 – Vorkontrolle

Unser Hund aus Ungarn – Teil 3 – Die Vorbereitungen

Unser Hund aus Ungarn – Teil 4 – Die Abholung

Unser Hund aus Ungarn – Teil 5 – Der erste Tag

Unser Hund aus Ungarn – Teil 6 – Der zweite Tag

 

Trackbacks/Pingbacks

  1.  Unser Hund aus Ungarn – Teil 8 – Der erste Tierarztbesuch › fello
  2.  Unser Hund aus Ungarn – Teil 9 – Kastration & Wolfskrallen › fello

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.