13.08.16

Nachdem ich euch im ersten Beitrag zur Reihe „Tierheimbesuch Asociatia Anima Rumänien“ über die Hinreise berichtet habe, möchte ich euch heute schildern, wie ich den ersten Tag vor Ort im Tierheim von Campulung erlebt habe. Viel Spaß beim Lesen : )

Bevor ich auf die Ankunft im Tierheim eingehe, muss ich zunächst auf dieses spektakuläre Bild hinweisen : D Findet ihr den Fehler? Ich musste jedenfalls lachen, als ich am nächsten Morgen nach unserer Ankunft in Campulung am Vorabend diesen Strommasten direkt neben unserem Hotel entdeckte ; ) Die anderen kündigten dieses erstaunliche Teil bereits an. Das muss man gesehen haben. Solche Sachen sind in Rumänien keine Seltenheit. Man muss nur ein bisschen aufmerksam durch die Straßen laufen, dann entdeckt man so einige merkwürdige Dinge.

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Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem schnuckligen Hotel ging es endlich los ins Tierheim in Campulung. Doch vorher haben wir noch einen kurzen Zwischenstopp an der Wechselstube eingelegt. Schließlich musste ich das Spendengeld in Höhe von 300 Euro (270 Euro waren es zunächst, 30 kamen dann noch durch einen Spender in letzter Minute dazu ; )) umtauschen. An dieser Stelle nochmals ein ganz ganz herzliches Dankschön an alle, die sich beteiligt haben. Wie wir das Geld einsetzten, erfahrt ihr in den nächsten Beiträgen! Hier aber als Nachweis schon mal der Beleg vom Umtauschen:

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Ankunft im Tierheim „Asociatia Anima“

Anschließend fuhren wir dann endlich in Kolonne zum Tierheim Asociatia Anima. Ich war ganz schön aufgeregt, wenn ich ehrlich bin. Zwar freute ich mich riesig darauf die vielen Hunde und die Leiter des Tierheims Iulian Vamanu und Oana Daje kennenzulernen, aber natürlich hatte ich auch ein gewisses Maß an Respekt. Ich hatte mich über die Zustände in Rumänien und in dem Tierheim informiert, doch wie es einem damit geht, wenn man dann tatsächlich vor Ort ist, kann man vorher nie sagen.

Begrüßt wurden wir total herzlich. Die Mitarbeiter freuten sich über unsere tatkräftige Unterstützung. Immerhin reisten wir mit insgesamt zwölf „Mann“ an. Wobei ich gleich dazu sagen will, dass es sich hierbei um eine Mannschaft geballter Frauenpower gehandelt hat : ) Aber dazu in den nächsten Teilen mehr. Auch die Spenden, die wir in den beiden Autos von Deutschland mitgenommen hatten, wurden mit Begeisterung entgegengenommen.

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Doch so richtig ans Herz ging es dann als wir zu den Hunden kamen. Es war klar, dass wir am ersten Tag gemeinsam zunächst eine Besichtigung des Geländes vornehmen. Ich war nicht die Einzige, die zum ersten Mal nach Campulung kam und wir waren alle super gespannt. Wenn man das Tierheim betritt, steht man zunächst mal in einem relativ großen „Eingangsbereich“. Hier seht ihr uns, als wir gerade einige der Hunde begrüßten. Im Hintergrund der Eingang zum Tierheim:

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In diesem Sektor halten sich bereits sehr viele Hunde auf. Ich schätze rund 30. Ich kann das schlecht abschätzen, weil die Tiere ja ständig in Bewegung sind. Jeden Tag entdeckte ich Weitere und wusste nie genau, wo der denn jetzt auf einmal herkam. Unglaublich…Bereits hier war man von dutzenden Hunde-Augen umgeben, die einen zuneigungsbedürftig und hoffnungsvoll anhimmelten. Ich kann euch sagen, das war nicht einfach.

Hier ein Foto aus der entgegengesetzten Richtung wie das vorherige Bild:

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Zur Erklärung: Das Tierheim in Rumänien ist in eine Vielzahl von Sektoren aufgeteilt. Jeder Sektor ist mit einer Tür oder einem Tor sowie vielen Zäunen und teilweise Gebäudeteilen voneinander getrennt, wie man hier gut erkennen kann:

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Campulung41Da es keine Zwinger gibt, wie man das aus Deutschland gewohnt ist, hat man sich eben anderweitig geholfen und quasi mehr oder weniger provisorisch versucht die Hunde sinnvoll aufzuteilen. Neben vielen größeren Arealen, in denen ganze Rudel von dutzenden Tieren gemeinsam leben, gibt es auch noch weitere Arten von Unterbringungen. Beispielsweise ist ein Teil des Tierheims das Überbleibsel einer alten Schweinemast-Anlage. Dort ist, im Gegensatz zum Rest des Geländes alles betoniert. Die „Katakomben“ wird dieser Bereich genannt. Warum er so heißt, wusste keiner so genau ; ) Wahrscheinlich hat sich der Name aufgrund der teilweise hallenartigen und etwas dunklen Gebäudekomplexe eingebürgert. Zu den Katakomben komme ich aber in einem der anderen Beitragsteile, denn diesen Sektor haben wir am ersten Tag noch gar nicht gesehen. Die Zeit reichte leider nicht, wobei ich im Nachhinein froh bin, dass ich nicht alles an einem Tag zu Gesicht bekam. Warum erfahrt ihr gleich…

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Während manche Hunde ein überdachtes Stück haben, müssen andere im Freien ohne auskommen. Doch jeder Hund, soweit ich das beurteilen konnte, hat eine Holzhütte, in die er sich zurückziehen kann. Einige dürfen sogar besonders schön gestaltete Modelle ihr Eigen nennen, wie man auf den beiden nächsten Fotos sehen kann : ) Vieles wurde während den Arbeitseinsätzen der Vereinsmitglieder des Freundeskreis der Straßenhunde in Campulung e.V. sowie freiwilligen Helfern in den vergangen Jahren erarbeitet.

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In vielen Ecken des Tierheims entdeckt man solche liebevoll bemalten Elemente. Man konnte regelrecht spüren, wie viel Herzblut die tapferen Helfer in der Vergangenheit bereits einbrachten.

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Interessant wäre es gewesen, wenn man das Tierheim-Gelände von der Vogelperspektive aus betrachten hätte können. Beim Durchlaufen von den dutzenden Sektoren verliert man irgendwann völlig den Überblick. Zumindest ging es mir teilweise so. Einmal rechts, durchs Gelände, dann wieder links, kurz gerade aus, links, rechts-… oje… ; ) Ich hatte zwischendurch keine Ahnung mehr, wo wir auf dem Gelände eigentlich gerade sind. Aber das war auch völlig schnuppe. Denn wichtig war alles zu sehen und die Hunde zu begrüßen.

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Zur Mittagszeit wurde es mal kurzzeitig ruhiger, da es den Hunden zu warm wurde und sie sich größtenteils auf ihre Liegeplätze zurückzogen:

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Dieser Anblick hatte etwas friedliches…

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Beim Besichtigen fällt einem relativ schnell auf, wie unterschiedlich die Charaktere der Hunde sind. Während in manchen Bereichen gefühlte 50 Hunde auf einen zugestürmt kamen, gab es andere, die sehr zurückhaltend und eher ängstlich vor uns weggelaufen sind. Zur Erinnerung: Rund 900 Hunde befinden sich derzeit im Tierheim Asociatia Anima! Was man da alles sieht, ist unfassbar. Zumindest für mich als Neuling.

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Die Eindrücke waren für mich persönlich sehr … naja wie soll ich es sagen… krass. Nicht weil es den Hunden schlecht geht. Nein, das ist es nicht. Die Hunde sind dort mit Futter versorgt, werden anständig behandelt und gesäubert wird dort auch alles täglich (so gut es das Gelände eben zulässt). Nein, es war vielmehr die Masse an Tieren, die mich irgendwann einfach übermannte. Als wir ungefähr zwei Drittel des Tierheims gesehen hatten, füllten sich meine Augen plötzlich mit Tränen. Ich konnte nicht mehr anders. Es war zuviel. Ich verzog mich für einige Minuten in eine Ecke, um mich wieder zu fangen. Ich war froh, dass die anderen der Gruppe nicht zu mir kamen, um mich zu trösten (ich denke einige haben es bestimmt mitbekommen). Hätte mich in diesem Moment jemand in den Arm genommen, wäre es vorbei gewesen mit mir ; ) Kennt ihr das? Naja, es ging dann auch wieder, aber kurz musste ich mich wirklich zusammenreißen.

Die vielen vielen Hunde, die man nicht mitnehmen kann und die wahrscheinlich niemals aus dem Tierheim kommen werden. Das hat mich fertig gemacht. Die Hunde haben natürlich auch eine Art dich anzuschauen. Das schafft kein Mensch. Bei Hunden habe ich immer das Gefühl sie blicken dir direkt in die Seele. Das mag jetzt melancholisch klingen, aber so empfinde ich es. Ich kenne das schon von unserem Tony aus Ungarn. Doch bei den Hunden hier im Tierheim kommt eben dazu, dass man sie am liebsten alle „retten“ würde. Natürlich sind sie hier im Asociatia Anima bereits in guten Händen, aber ein Zuhause, wie ich mir das für jeden Hund wünsche, ist es eben auch nicht.

Zwischendrin sah man dann immer mal wieder eine arme Seele wie hier:

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Einige Tiere wirkten so teilnahmslos und so traurig. Dieser Anblick zerriss mir regelrecht das Herz.

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Wie man auf den nächsten Bildern sieht, gibt es auf dem Grundstück einige Überbleibsel von alten Gebäudeteilen. Mit deutschen Tierheimen kein Vergleich! Deswegen ist das neue Tierheim für Campulung, dessen Baumaßnahmen bereits begonnen haben, auch so dringend nötig. Falls ihr hierzu direkt mehr erfahren wollt, solltet ihr euch das Interview mit Elke Grafmüller durchlesen. Sie ist die erste Vorsitzende des Fördervereins zu diesem Tierheim in Rumänien und schildert im Interview mehr zum Thema Tierheim-Neubau.

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Und wenn zusätzliche Zwinger für Hunde benötigt wurden, zimmerten sie die Mitarbeiter bisher mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen zusammen.

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Das Ergebnis ist ein teilweise unübersichtliches Gelände auf dem Frischlinge, wie ich auch mal vorübergehend die Orientierung verlieren können : )

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Hunde ohne Ende

Der Großteil der Tiere begrüßt einen schwanzwedelnd und sehr freundlich. Sie betteln darum gestreichelt und liebkost zu werden. Mein Gott, dachte ich mir, wie wenig Aufmerksamkeit sie alle bekommen. Zwar versuchen sich die Mitarbeiter auch Zeit zu nehmen und insbesondere die Leiter des Tierheims Iulian sowie seine Partnerin Oana lieben die Tiere und versuchen jede freie Minute ihnen zu widmen. Doch trotz allem müssen die Gehege sauber gehalten, die Tiere gefüttert und noch viele andere „Baustellen“ bearbeitet werden. Es tat mir so leid, dass wir ihnen nicht noch viel mehr helfen können. Ein furchtbares Gefühl der Ohnmacht.

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Dazu kam noch die Lautstärke, denn wenn man durch das Tierheim läuft, geht natürlich die Bellerei los. Und wenn hunderte Hunde mal loslegen, geht es ganz schön zur Sache : )

Hier ein paar Eindrücke von den vielen vielen lieben Hunden, die uns an diesem Tag begegneten:

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Diese beiden Süßen hier habe ich besonders ins Herz geschlossen. Sind sie nicht hübsch : )

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Das ist übrigens Oana. Wie man unschwer erkennen kann, wird sie von den Tieren geliebt und sie wiederum tut es ihnen gleich. Sie begleitete uns auf unserem Rundgang und es wurde schnell klar, dass sie alles für die Hunde tut, was in ihrer Macht steht. Übrigens: Sie arbeitet ehrenamtlich viele Stunden jede Woche im Tierheim und erledigt ihre eigentliche Arbeit als Übersetzerin nachts!!! Das nenne ich aufopferungsvoll!!!

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Auf den Bildern kommt es gar nicht so deutlich rüber, aber gleichermaßen eindrucksvoll, wie die Masse an Hunden, waren die zahlreichen unterschiedlichen Größen, Fellfarben und Rasse-Mixturen. Zwischendurch dachte ich immer mal wieder, wie hübsch viele Tiere doch sind und welch großartigen Mischungen die Natur hervorbringt.

Hat dieses nette Kerlchen hier nicht einen großartigen Blick drauf?

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Während dem Rundgang kamen wir natürlich auch an einigen wenigen Hunden vorbei, die relativ aggressiv reagierten. Manche haben das Vertrauen in uns Menschen einfach verloren. Andere wiederum lagen relativ teilnahmslos in ihrer Hütte oder auf einer Palette. Entspannt beobachteten sie die Besucher, die in ihr Revier „eindrangen“. Auch sehr traurig wirkende Tiere begegneten uns. Die ängstlichen verkrochen sich in die hinterste Ecke, möglichst weit von uns entfernt und zitterten teilweise so stark, dass man das von zehn Metern Entfernung noch sehen konnte.

Das hier war einer der ängstlichsten Vertreter, die mir im Tierheim am ersten Tag begegnet sind. Man sieht es gut an seiner Körpersprache:

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Auch dieser hübsche Kerl hier, war misstrauisch und eher schüchtern:

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Wenn man in ihre Augen blickte, konnte man nur erahnen, was sie durchgemacht haben. Kann zwar sein, dass man da zu viel reininterpretiert, aber ich weiß durch meine Recherchen leider auch, was in Rumänien in den vergangen Jahren los war. Ich will nicht wissen, wie viele dieser Hunde vorher schlechte Erfahrungen gemacht haben. Manchmal ist es besser, man weiß es nicht. Ansonsten würde man wohl nach fünf Minuten zusammenbrechen.

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Bei vielen siegte letztendlich aber die Neugier. Sie wollten uns unbedingt genauer unter die Lupe nehmen und schlichen teilweise sehr zögerlich an uns heran. Es war sehr interessant zu beobachten.

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Gleichermaßen interessant neben den einzelnen Charakteren war das Rudel-Verhalten. Wer den Hund als Wesen studieren will, sollte mal in ein solches Tierheim gehen. Super spannend zu sehen, wie die Hunde miteinander umgehen. Man konnte schnell ausmachen, wer der Chef ist und wer sich unterordnet.

Vorsicht turbulent

Während des Rundgangs wurde außerdem meine Standhaftigkeit ganz schön auf die Probe gestellt. Wie ich bereits erwähnt habe, rennen in einigen Zonen dutzende Hunde frei herum. Wenn man in ihr Revier eintritt, freuen sich einige so sehr, dass man aufpassen muss, dass man nicht umgerannt wird. Viele Hunde haben nie gelernt, wie man Menschen „richtig“ begegnet. Ich habe versucht mich langsam und ruhig zu bewegen, aber auch Stärke zu zeigen. Bei einigen Tieren musste man sich teilweise sogar wehren, dass sie einen in Ruhe lassen. Sie sprangen mich von hinten so penetrant an, dass ich oft aufpassen musste nicht hinzufallen. Nach dem zweiten Mal des Taumelns wusste ich wie ich mich hinzustellen und zu positionieren hatte, damit mir das nicht passiert.

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Für feine Nasen ist ein Tierheim-Besuch wie dieser übrigens nichts ; ) Denn nicht selten trifft man logischerweise auf Ansammlungen von Kot und Co. : ) wie auf dem nächsten Foto erkennbar. Das Tierheim bräuchte noch so viele helfende Hände mehr, um jede Zone gründlich zu reinigen. Die, die da sind, tun auf jeden Fall schon alles, was sie können.

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Fellpflege „to go“

Einer der Frauen, die neben mir ebenfalls zum ersten Mal in Campulung war, konnte es nicht abwarten zu helfen. Während viele von uns sich staunend umschauten und gar nicht wussten, welchen Hund man zuerst begrüßen sollte, machte sich Beate ans Werk und fing an die besonderen „Härte-Felle“ zu „bearbeiten ; ) Sie machte sich am Fell der Tiere zu schaffen und versuchte es von unnötigen Haaren und Schmutz zu befreien. Keine einfache Aufgabe kann ich euch sagen!! Manches Fell ist so verdreckt und verfilzt, dass man es nur reinigen kann, wenn man die Hunde betäubt. Viele lassen sich nämlich gar nicht gerne anfassen. Zudem sind die Verfilzungen so stark bei manchen Hunden, dass man ihnen wehgetan hätte. Ohne Schere und spezielle Kämme war da nichts zu machen.

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Beate war sehr fleißig : D Während der eine Hund gestreichelt wurde, zupfte sie mit der anderen Hand schon am nächsten Tier herum, um ihm das Leben ein bisschen angenehmer zu machen, ohne lästige Klumpen im Fell. Leider ist das eine Never-Ending-Story. Während der Besichtigung sagten wir immer wieder, wie gern wir jedem der Hunde mal eine ausgiebige Pflegebehandlung geben würden. Doch dafür reicht die Zeit leider nicht. Immerhin gelang es Beate einige ein bisschen zu optimieren : )

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Wenn man sich ein bisschen umschaute, konnte man viele Hunde sehen, die Fellpflege dringend notwendig hätten. Viele ältere Tiere waren darunter.

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Sicherheitsmaßnahmen

Bevor wir unseren Rundgang starteten, bekamen wir übrigens noch einen Crashkurs in Sachen Sicherheitsmaßnahmen. Der erste Punkt bestand beispielsweise darin, dass man auf keinen Fall zulassen darf, dass ein Hund aus einer Zone beim Betreten der daran angrenzenden Zone mit kommt. Es wurde deutlich gemacht, dass ein Hund, der in eine für ihn „fremde“ Zone gelangt innerhalb von Sekunden beziehungsweise Minuten tot gebissen werden könnte. Der Warnhinweis beruht auf Erfahrung und leuchtet natürlich ein. Schließlich leben die Tiere in Rudeln zusammen. Eindringlinge werden da nicht oder nur selten geduldet.

Ein weiterer Punkt bestand darin, dass man möglichst vermeiden sollte, hinzufallen. Das Problem: Ein Mensch, der auf dem Boden liegt, wird von einigen Hunden als Opfer beziehungsweise Beute betrachtet und könnte angegriffen werden. Hinzu kam, dass es Zwinger gibt, die niemand von uns betreten durfte, weil darin als gefährlich eingestufte Hunde untergebracht waren. Nur der Tierheim-Leiter Iulian Vamanu kommt mit den Tieren klar und wird von ihnen akzeptiert. Hier ist er gut zu sehen:

Tierheimleiter

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Endlich helfen: Mein erster „Arbeitseinsatz“

Besser ging es mir dann, als ich endlich etwas tun durfte. Endlich mit anpacken, endlich aktiv helfen, um es den Hunden wenigstens ein bisschen zu erleichtern! Der erste Arbeitseinsatz wartete nahe beim Eingang des Tierheims auf mich. Dort befindet sich ein Container, indem zum einen Pausen gemacht werden, die Mitarbeiter ihre 7-Sachen ablegen und sich umziehen können. Zum anderen werden hier medizinisches Zubehör und Futter gelagert:

Campulung64Neben dem Container besteht der Sektor unter anderem aus einem alten Wohnwagen, der mehreren Hunden als Unterschlupf dient. Den folgenden Kerl taufte ich während meines Aufenthalts übrigens „Chefkoch“. Der Grund: Er lag oft auf dem Herd im Wohnwagen, weil er von dort aus alles überblicken konnte. Ein Bild für Götter sag ich euch ; ))

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Auch mehrere Hunde-Boxen aus Metall stehen hier gestapelt. In diesen Boxen werden die Neuzugänge oder kranke Hunde untergebracht. Die Neuzugänge müssen zuerst durchgecheckt werden, bevor sie zu den anderen Hunden ins Tierheim dürfen. Sie könnten beispielsweise Krankheiten einschleppen. Darüber hinaus war an diesen Bereich ein weiterer Container angeschlossen. Hier stand die Waschmaschine, um die verwendeten Handtücher zu reinigen. Außerdem werden in diesem abschließbaren Container Hunde untergebracht, die mit ansteckenden Krankheiten wie Parvovirose (Dazu im nächsten Teil mehr!) infiziert sind.

Doch am ersten Tag diente der zweite Container in erster Linie als kurzfristige Spielwiese für die Kleinen, die sich hier tummelten : ) Jeder Einzelne freute sich über unseren Besuch und forderte zum Spielen auf.

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Diese hübsche Maus hier hat uns übrigens besonders freudig willkommen geheißen : )Campulung11

Nach ein paar Streicheleinheiten ging´s weiter zum Spielkameraden : )

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Auch der nächste Hund hier hat es mir angetan. So kuschelig und wuschelig. Für alle, die mich noch nicht kennen: Das links bin ich:

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Super fand ich, dass wir mit Christine eine Tierärztin im Team hatten. Gemeinsam mit ihrer Assistentin Katja (tiermedizinische Fachangestellte) konnten die beiden im Laufe der Woche vielen Hunden aktiv helfen, die wir ansonsten umständlich zum Tierarzt hätten transportieren müssen. So konnten die Verletzten und Kranke bequem vor Ort behandelt werden. Das war für die Tiere wesentlich weniger stressig, als zum Tierarzt zu müssen.

Letzter Check des Ärzte-Equipments, bevor es dann los ging zu den Notleidenden.

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Vorschau Teil 3

Jetzt habe ich von der Besichtigung schon viel zu viel erzählt, dass es den Rahmen dieses Beitrags sprengen würde, wenn ich auch noch von unseren ersten Aufgaben berichte. Deshalb verschiebe ich das auf den dritten Teil der Beitragsreihe, damit es nicht zu viel auf einmal wird. Im nächsten Artikel erfahrt ihr dann, wie ich einen total verwahrlosten Hund, der auf dem Müll gefunden wurde, von Zecken, Flöhen und weiß Gott was sonst noch befreit habe. Zudem schildere ich euch, warum Parvovirose so gefährlich für Hunde ist und welche Herausforderungen unser Team am ersten Tag außerdem meistern musste.

Ich hoffe ich konnte euch meine Eindrücke vom ersten Tag in Rumänien mit diesem Beitrag einigermaßen näher bringen und würde mich sehr freuen, wenn ihr beim nächsten Teil wieder dabei seid.

Bis bald,

eure Gaby

Tierheimbesuch Asociatia Anima Rumänien Teil 1: Fahrt nach Campulung

Tierheimbesuch Asociatia Anima Rumänien Teil 2: Der erste Tag in Campulung

Tierheimbesuch Asociatia Anima Rumänien Teil 3: Der erste Tag in Campulung

Tierheimbesuch Asociatia Anima Rumänien Teil 4: Der zweite Tag in Campulung

Tierheimbesuch Asociatia Anima Rumänien Teil 5: Der zweite Tag in Campulung

Tierheimbesuch Asociatia Anima Rumänien Teil 6: Tag 3 in Campulung

Tierheimbesuch Asociatia Anima Rumänien Teil 7: Tag 4 in Campulung

Tierheimbesuch Asociatia Anima Rumänien Teil 8: Letzter Tag in Campulung

Direkt zur Vereinsseite des Fördervereins Freundeskreis der Straßenhunde in Campulung geht´s hier lang!

Falls ihr zu den Hintergründen meiner Reise und wie es dazu kam mehr erfahren wollt, empfehle ich folgende Artikel:

Vereinsvorstellung „Freundeskreis der Straßenhunde in Campulung“ – Interview Teil 1

Vereinsvorstellung „Freundeskreis der Straßenhunde in Campulung“ – Interview Teil 2

Vereinsvorstellung „Freundeskreis der Straßenhunde in Campulung“ – Interview Teil 3

Vereinsvorstellung „Freundeskreis der Straßenhunde in Campulung“ – Interview Teil 4

Hunde im Ausland – Teil 1 – Situation vor Ort

Hunde im Ausland – Teil 2 – Ehrenamtliche Tierschützer

Hunde im Ausland – Teil 3 – Interview mit Laura Wehner

Hunde im Ausland – Teil 4 – Fazit & Notfall-Liste

 

Verpasse keinen Beitrag über meinen Tierheimbesuch!


2 Kommentare für “Tierheimbesuch Asociatia Anima Rumänien Teil 2: Der erste Tag in Campulung”

  1. Gerade in den osteuropäischen Ländern ist die Situation für heimatlose Tiere schlimm. Es ist kaum Geld da, diese Tiere zu versorgen. Die Menschen in diesen Ländern sind ohnehin arm. Da fällt kaum noch etwas an die Tiere ab. Schön, dass Sie so engagiert sind!
    Mit besten Grüßen,
    Christian

    Antworten
    • Hallo Christian,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ja da hast du absolut Recht. Es mangelt an allen Ecken und Enden an Geld in Rumänien.

      Deshalb sind Spenden auch so dringend nötig. Meiner Meinung nach ist der Auslandstierschutz extrem wichtig.
      Zwar reden immer alle von einer Gemeinschaft in Europa, aber wenn es um das Menschen- und Tierleid außerhalb
      der eigenen Landesgrenzen geht, wird es oft schwierig die Leute zum Helfen zu motivieren. Dabei geht es uns hier so gut.
      Sicherlich auch nicht allen, aber der Mehrheit.

      Liebe Grüße,

      Gaby

      Antworten

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