29.04.13

Wie auch für die Dsungarischen Zwerghamster möchte ich euch die richtige Ernährung für Roborowski-Zwerghamster näher bringen. Mit einigen Tipps will ich euch erläutern, was Roborowskis brauchen und wie ihr sie möglichst natürlich ernährt.

Ich selbst habe eine Roborowski Zwerghamsterdame gehalten und habe einige Erfahrungen sammeln können. Dabei sind mir beim Recherchieren immer wieder gegensätzliche Angaben aufgefallen. Ich will versuchen es euch etwas zu erleichtern und euch eine möglichst gute Ernährung nahe zu bringen, die sich am natürlichen Fressverhalten der Tiere orientiert.

Das natürliche Fressverhalten

Wer ein Tier möglichst artgerecht ernähren möchte, muss sich am natürlichen Fressverhalten der Tiere orientieren. Roborowski Zwerghamster (zur Vereinfachung als Robos abgekürzt ; )) fressen zum Großteil Pflanzensamen. Da sie aus verschiedenen Wüstenregionen und Steppen stammen, ist das Fressverhalten an die Umgebung angepasst. Je nach Region ernähren sie sich von den dort vorkommenden Pflanzensamen. Auch für das Bunkern von Hirsesamen ist er mancherorts bekannt. Je nach dem was die Tiere in der Natur vorfinden, ergänzen sie ihre Nahrung durch Pflanzenstengel, Blätter und Insekten. Unter anderem fressen sie Käfer, Heuschrecken und seltener auch Schnecken. Um sich ihre Nahrung zu sichern, legen die Robos in der Natur häufig mehrere Vorratskammern an. Schließlich werden einige Vorräte von Feinden gestohlen. Dieses Verhalten ist im Tier verankert. Ihr könnt es wahrscheinlich auch bei eurem felligen Freund in der Heimtierhaltung beobachten. Überschätzt deshalb nicht was die kleinen Nager fressen. Sie bunkern das Meiste davon in ihren gegrabenen Gängen.

Das richtige Trockenfutter

Um sich die Ernährung der Tiere zu erleichtern, bietet der Handel zahlreiche Mischungen aus verschiedenen Nahrungsbestandteilen. Dabei müsst ihr dringend auf die korrekte Zusammensetzung achten. Nicht alles was der Einzelhandel bietet, ist auch gut für das Tier. Der Großteil der Ernährung sollte aus einem Mix von Saaten bestehen. Was beispielsweise häufig verkauft wird, sind Mischungen mit vielen Sonnenblumenkernen und Kürbiskernen. Diese finden die Tiere in der Natur in der Regel nicht vor. Sie sind sehr fetthaltig und sollten daher nur in sehr geringem Maße oder gar nicht verfüttert werden! Auch Walnüsse und Haselnüsse sind fetthaltig.

Gerade in der Heimtierhaltung muss man darauf achten, weil die Tiere viel mehr Futter zur Verfügung haben, als in der Natur. Dort müssen sie das Futter, das oft nur knapp vorhanden ist, mühevoll und über größere Strecken hinweg sammeln. In der Heimtierhaltung haben sie weniger Bewegung aber mehr Futter. Eine Verfettung ist daher die Gefahr! Achtet zudem darauf, dass das Hauptfutter Vitamin E und etwas tierisches Eiweiß enthält.

Die Menge

Viele Halter neigen dazu viel zu viel zu füttern. Denkt daran: die Hamster finden in der Natur auch nicht an jeder Ecke Futter. Das Nahrungsangebot ist eher knapp. Sie benötigen nicht viel um gesund zu sein. Durch zu viel Futter werden sie nur zu fett und erkranken. Mehr als einen Teelöffel Trockenfutter pro Tag solltet ihr nicht füttern! Wenn ihr es ganz genau wissen wollt, müsst ihr die Menge austesten. Am besten nach dem ihr den Käfig geputzt und alle Futterreste entfernt habt: etwas Futter in einen Napf geben und am nächsten Morgen prüfen, wie viel davon übrig ist (evtl. abwiegen). Dabei im Napf und im Häuschen und den Gängen nachschauen. Dann könnt ihr ungefähr abschätzen, was euer Hamster tatsächlich verzehrt. Das solltet ihr dann zwei bis drei Mal wiederholen, um einen Schnitt zu erhalten.

Das richtige Frischfutter

Durch hochwertiges Trockenfutter wird der Robo mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen versorgt. Die Grundversorgung ist damit quasi abgedeckt. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört aber genauso frisches Futter.

Mucki

Die Eiweißlieferanten

Was ich immer schön bei meinen Hamstern beobachten konnte, war wie sehr sie Naturjoghurt und Magerquark lieben. Natürlich darf hier keinerlei Zucker enthalten sein. Man kann vergnügt zu schauen, wenn die kleinen Nager mit ihren Mini-Zunge genüsslich schlabbern ; ) Gleichermaßen beliebt sind häufig getrocknete Insekten. Ich würde allerdings keine Larven kaufen. Die sind wieder sehr fetthaltig! Und immer an das Verhältnis denken – Hauptsächlich Pflanzensamen und weniger Insekten.

Hirse – heiß begehrte Mahlzeit

Hirse ist unter Robos heiß begehrt. Besonders die Kolbenhirse wurde bei meinen Tieren immer wild umklammert und ruckzuck vernichtet. Achtet darauf, dass es nicht zu viel wird, weil auch Hirse nicht gerade fettarm ist. Hier gibt es in vielen Geschäften zwei Sorten (gelb und rötlich). Eine davon ist reicher an Eiweiß und Fett und für schwangere Hamster besonders geeignet, weil sie die Mutter mit vielen Nährstoffen versorgt. Das durfte ich alles erfahren, weil meine Hamsterdame Babys bekam ; ) Ansonsten ist die andere Sorte besser geeignet, weil sie weniger fetthaltig ist. Hier bin ich mir nicht mehr zu 100 Prozent sicher, wie die Sorten hießen. Da könnt ihr aber in der Regel im Fachhandel nachfragen. Auch für die Aufzucht von Hamsterbabys gibt es spezielle Kolben. Passt die Menge der Hirse daran an, ob bereits im Hauptfutter Hirse enthalten ist. Mehr als einen Kolben pro Woche solltet ihr generell nie bereit legen.

Obst

Beim Obst scheiden sich in vielen Foren, Büchern und Blogs die Geister. Meiner Meinung ist es falsch Hamstern einen Haufen Obst zu geben. Sie kennen die Früchte in der Natur auch nicht und nehmen dadurch viel zu viel Zucker auf! Auch bei unserer menschlichen Ernährung ist es mittlerweile bekannt, dass die meisten Obstsorten enorm zuckerhaltig sind. Für die kleinen Tiere ist das sehr schnell viel zu viel. Bedenkt, dass auch durch die Fruchtsüße die Backentaschen verkleben können. Außerdem kann der zu hohe Zuckergenus zu Diabetes-Erkrankungen führen. Der Organismus der Tiere braucht kaum Zucker und ist deshalb damit überfordert. Natürlich fallen die Tiere häufig darüber her – aber warum? Ja weil es halt gut schmeckt : ) das kennen wir ja alles von uns selbst. Nur weil es schmeckt, heißt es eben noch lange nicht, dass es gesund ist! Und da die Tiere nicht selbst entscheiden können, was in ihrem Käfig landet, müsst ihr die Qualität festlegen. Was ihr gelegentlich (nicht öfter als einmal in der Woche) füttern könnt, sind naturbelassene Äpfel, getrocknete Bananen oder Erdbeeren

Folgende Obstsorten sollten nicht gefüttert werden:

  • Kirschen
  • Pfirsiche
  • Mango
  • Papaya
  • Apfelsinen
  • Ananas
  • frische Bananen
  • Aprikosen
  • Beeren
  • Melonen
  • Mandarinen
  • Orangen
  • Pflaumen
  • Trauben
  • Zitronen

Falls ich was vergessen habe – Generelle Faustregel: Kein Steinobst und keine Zitrusfrüchte.

Gemüse

Beim Gemüse dürft ihr großzügiger sein. Natürlich ist das Wort „großzügig“ richtig zu deuten. Ihr müsst die Menge an die Mini-Größe der Tiere anpassen. Am Anfang ist das ziemlich ungewohnt, fand ich zumindest. Ein Paprikastück oder eine Gurkenscheibe, die für uns Menschen klein erscheint, ist ja für die Nager immer noch riesig : ) Größer als einen halben Zentimeter sollte ein Gemüsestück nicht sein.

Gemüse, das eurem Hamster gut tut:

  • Paprika (ohne Kerne und weiße Stellen)
  • frische Salatgurken
  • rote, reife Tomaten (Kerne entfernen)
  • Karotten
  • Blattsalat und Feldsalat – ABER: bitte nur füttern, wenn der Salat aus eurem Garten kommt und ihr zu 100% wisst, dass keine Schadstoffe drin sind. Bei Salaten aus dem Supermarkt sind Pestizide und andere Stoffe drin, die zwar für uns unbedenklich sind, aber für die kleinen Nager enorm schädlich wirken können!
  • Zucchini, nur in Maßen! Am besten nur alle zwei Wochen

Die genannten Gemüsesorten werden zwar generell von Hamstern gefressen, aber nicht von jedem. Unsere Hamster haben zum Beispiel Karotten strickt verweigert. Dafür kamen Paprika und Gurken umso besser an ; )

Tomaten

Alle Gemüsesorten, die blähen, sind für Hamster nicht gut. Füttert sie bitte gar nicht. Beispielsweise gehören dazu Rosenkohl und Kohlrabi.

Was ihr auf keinen Fall füttern dürft, steht im Beitrag zum Dsungarischen Zwerghamster ganz unten.

Wasser

Wasser sollte natürlich täglich frisch zur Verfügung stehen.

Ansonsten wünsche ich euch viel Freude mit euren Hamstern und freue mich über eure Kommentare  ; )

9 Kommentare für “Roborowski-Zwerghamster – Die richtige Ernährung”

  1. Guten morgen,
    Zuerst der Beitrag ist schön und informativ geschrieben. Jedoch hab ich eine Frage, kann man auch ein bereits fertig gemischtes Futter als Grundlage nehmen (natürlich alles raus suchen was nicht gut ist) und zB. alles was die kleine Fellkugel braucht dazu mischen ?

    Wenn es möglich wäre, welche Firma wäre denn geeignet ?

    Vielen Dank im voraus für deine Antwort
    LG Swenja

    Antworten
    • Hallo Swenja,

      vielen Dank für deinen Kommentar : )

      Freut mich, wenn dir der Beitrag hilft.

      Klar kannst du ein fertig gemischtes Trockenfutter verwenden. Gute Händler bieten hier positive Produkte an.
      Ich kann dir hierfür zum Beispiel den folgenden Shop empfehlen:

      https://www.rodipet.de/zwerghamster.htm#Ernährung

      Dort findest du einiges an Trockenfutter-Produkten, die sich meiner Meinung nach gut eignen.
      Schau dich mal um und lese auch die Informationen zum Thema Ernährung.

      Als ich noch einen Hamster hatte, habe ich gerne dort eingekauft, weil der Händler auf artgerechtes Zubehör Wert legt.

      Ganz liebe Grüße : )

      Antworten
  2. Ohje, dann hab ich eien Hamster viel zu viel essen gegeben. Stell mir es etwas schwierig vor die genau Menge abzuwiegen. Wenn er doch das meistein seinem Käfig doch bunkert? Da müsste ich ja gleich morgen den Käfig sauber machen, ihm das abgewogene Futter geben und am nächsten tag wieder den Käfig ausräumen um zu sehen wie viel er gebunkert hat und vieviel er davon gegessen hat.Lieg ich da richtig?
    Grüsse

    Antworten
    • Hallo Mariane,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ja im Grunde geht es nicht anders ; )

      Aber das ist auch nur am Anfang nötig bis du ein Gefühl für die Menge hast. Und sobald
      es ungefähr passt, fütterst du ja dann nur noch die festgelegte Menge, sodass es kaum noch
      möglich ist, dass sich dein Hamster überfrisst. In der Regel wissen die Tiere von Natur aus, wie viel
      sie brauchen und der Rest wird eben gebunkert : ) Und damit du nicht Ummengen Futter entsorgen musst, macht
      es Sinn nicht übermäßig davon bereit zu stellen. Wie schon im Beitrag geschrieben, ist in freier Natur das
      Futterangebot auch nicht besonders üppig.

      Wichtig ist, dass das Tier ausreichend Bewegungsmöglichkeiten hat
      und mit gesundem und nicht zu fettigem Futter ernährt wird. Damit tust du ihm viel Gutes.

      Wünsche dir weiterhin viel Freude mit den Tieren : )

      LG

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