Reisen mit Haustieren

06.06.14

Die Reisezeit hat bereits begonnen und viele von euch haben den Urlaub sicherlich schon gebucht. Falls euch eure Haustiere in die Ferien begleiten, solltet ihr einige wichtige Aspekte beachten. Nachfolgend habe ich ein paar hilfreiche Tipps und Infos zum Reisen mit Haustier zusammengestellt, die euch die Organisation der Reise und den Aufenthalt am Ferienort erleichtern sollen.

Vorbereitungen für Reisen mit Haustier ins Ausland

Egal ob ihr in EU-Länder reist oder euren Urlaub außerhalb von Europa verbringt, grundsätzlich müsst ihr einige Dinge beachten, damit bei der Ein- und Ausreise nichts schief geht. Falls ihr in europäische Länder verreist, müssen beispielsweise alle Katzen und Hunde gechipt sein, ihr müsst einen EU-Heimtierausweis (stellen Tierärzte aus) mitführen und eine gültige Tollwutimpfung für eure Schützlinge vorweisen können. Handelt es sich bei der Impfung um die erste Impfung, muss diese das Tier mindestens 21 Tage vor Grenzübertritt erhalten haben. Für alle weiteren Imfpungen bestehen keine Fristen. Das alles gilt übrigens auch für Frettchen!

Für einen Urlaub in Nicht-EU-Länder müsst ihr zusätzlich einen Bluttest und eine Bandwurm-Behandlung durchführen. Die Bandwurm-Behandlung gilt beispielsweise auch in Ländern wie Norwegen, Malta, Finnland, Großbritannien und Irland. Ich würde mindestens fünf Wochen vor Reiseantritt beim Auswärtiges Amt nachfragen. Die können euch genau sagen, worauf ihr achten müsst. Auf diese Weise geht ihr sicher, dass ihr an alles gedacht habt. Schließlich ändern sich ja nach und nach auch gewisse Bestimmungen.

Wichtige Punkte beim Reisen mit Auto

Wer Tiere im Auto befördert, sollte stets an eine korrekte Sicherung denken. Das ist nicht nur für das Tier besser, sondern im Ernstfall auch für euch. Schließlich kann ein Tier bei einer Vollbremsung oder einem Zusammenstoß zu einem gefährlichen Geschoss werden. Neben stabilen Transportboxen stehen euch noch weitere Alternativen zur Verfügung, worüber ich bereits berichtet habe.

Empfehlenswert ist die Reise mit Tieren in der Nacht beziehungsweise möglichst früh am Morgen. Die Mittagshitze solltet ihr meiden. Denn der Gebrauch der Klimaanlage ist mit Vorsicht zu genießen. Wie auch für uns Menschen kann der krasse Temperaturunterschied zu erheblichen Kreislaufproblemen führen. Viele Tiere reagieren sehr sensibel darauf.

Alle zwei Stunden solltet ihr Pausen einlegen und den Tieren die Chance geben sich ein bisschen zu bewegen, sich zu entleeren und zu trinken. Hunden und Katzen solltet ihr vor der Abfahrt und während der Autofahrt nur kleine Portionen Futter geben. Nager benötigen ihr Futter und wasser übrigens durchgehend!

GANZ WICHTIG: Lasst eure Tiere niemals im Auto zurück! Wie ich hier bereits erklärt habe, ist das Auto für Tiere schnell eine tödliche Falle aufgrund der Hitzeentwicklung im Inneren!

Übrigens: Tipps zum Fliegen mit Tieren findet ihr hier in einem separaten Beitrag.

Maulkorb und Leinenpflicht

Nicht nur die Einreise unterliegt einigen Vorschriften. Auch beim Aufenthalt in den jeweiligen Ländern, können bestimmte Regeln gelten, an die ihr euch halten müsst, um Ärger und Strafen zu vermeiden. Beispielsweise herrscht in einigen Ländern Maulkorb- und Leinenpflicht. Achtet außerdem darauf, dass einige Länder (z. B. Dänemark) sogenannte „Kampfhundrassen“ nicht erlauben und ihr diese demnach auch nicht mitnehmen könnt.

Ferienhäuser und Hotels

Ferienhäuser sind bei Reisen mit Haustier übrigens besonders beliebt. Denn dort haben die Tiere in der Regel mehr Platz als im Hotelzimmer und das Angebot an Ferienhäusern und -Wohnungen ist zudem meist größer. Viele Hotels dulden keine Tiere. Wenn ihr euch online über eine Unterkunft informiert, seht ihr bei den meisten Onlineportalen auf einen Blick welche Anbieter Tiere zulassen. Auch bei Buchungen im Reisebüro gehen die Reiseveranstalter auf die Wünsche ein und suchen spezielle Angebote für Tierhalter raus. Achtet immer darauf, dass ihr im Urlaub eine artgerechte Haltung gewährleisten könnt und denkt an die nötige Ausstattung für euer Tier (Futter, Schlafplatz, Medikamente, Spielzeug usw.)

Reisen mit Kleinnagern

Hier möchte ich gleich zu Beginn meine persönliche Meinung vorausschicken: Von Reisen mit Kleinnagern halte ich nichts! Ich rate euch deshalb davon ab Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen und Co. mit in den Urlaub zu nehmen. Durch die ungewohnten Geräusche, die Temperaturschwankungen und die Strapazen der Hin- und Rückreise sind die kleinen Tiere extremem Stress ausgesetzt, den schon viele Haustiere mit dem Leben bezahlt haben. Wenn es irgendwie geht, versucht eure Nager bei Freunden, der Familie oder Tiersittern unterzubringen.

Lilli

Risiko für Katzen

Auch bei Katzen ist das Risiko für die Tiere nicht gerade gering. Für viele Katzen sind Flüge und Autofahrten enorm belastend. Zudem fühlen sie sich, anders als die meistne Hunde, an fremden Orten unwohl. Grund hierfür ist, dass Katzen generell oft eigenständiger sind als Hunde und sie eher reviergebunden sind. Hunde fühlen sich dagegen bei ihrer Familie am wohlsten und begleiten sie meist gerne in den Urlaub. Vorausgesetzt natürlich die Reise wird möglichst stressfrei gestaltet. Unter Katzen gibt es natürlich auch andere Individuen, die extrem leiden, wenn ihre Familie nicht da ist und den Sittern in der Abwesenehit ziemlichen Ärger machen oder das Fressen verweigern. Grundsätzlich müsst ihr daher eurer persönlichen Einschätzung vertrauen. Ihr kennt das Tier am besten.

Gefahren im Ausland

Was uns Menschen nicht direkt betrifft, kann für Tiere sehr gefährlich werden. Bevor ihr also beschließt eure Tiere mit zum Urlaubsort zu nehmen, solltet ihr euch über die dort lauernden Risiken informieren. Erwähnenswert sind besonders zwei gefährliche Erkrankungen:

Leishmaniose betrifft Mensch und Tier und ist eine Infektionskrankheit. Übertragen wird sie durch Parasiten der Gattung Leishmania (Sandmücken). Insbesondere in Kolumbien, Peru, Ost-Afrika, Asien und dem Mittelmeerraum lauert die Gefahr. Ebenfalls von Parasiten übertragen wird die Herzwurmerkrankung. Leider ist die Krankheit nur schwer zu behandeln. Oft sterben die Tiere daran. Die Krankheit kommt vermehrt im Mittelmeerraum, Nord- und Mittelamerika und in tropischen und subtropischen Gegenden vor.

Hinzu kommen Infektionen, die durch Zecken übertragen werden können. Schützt eure Tiere daher entsprechend. Dabei könnt ihr zu Halsbändern und Ampullen greifen. Auch Impfungen sind zum Vorbeugen denkbar. Am besten ihr informiert euch einige Wochen vor Abreise bei eurem Tierarzt.

Individuelle Bestimmungen

Ich rate euch zudem euch je nach Reiseziel und Land über die individuellen Bestimmungen zu informieren. Man kann die Vorschriften nicht pauschalisieren. Was in Amerika gilt, muss beispielsweise nicht gleichermaßen in Finnland stimmen. Für Großbritannien habe ich euch als Beispiel folgende Internetseite herausgesucht: visitbritainshop.com. Im verlinkten Ratgeber des britischen Fremdenverkehrsamtes zum Reisen mit Hund findet ihr wichtige Bestimmungen für England, Wales und Schottland. Ähnlich wie hier, gibt es online zahlreiche Reiseführer für Hunde- beziehungsweise Tierhalter. Einfach mal ein bisschen Recherchieren, bestimmt findet ihr passende Info. Achtet bei den Quellen aber immer auf Aktualität. Was vor zehn Jahren gültig war, muss heute nicht mehr korrekt sein!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen schon jetzt eine angenehme Reise mit euren Haustieren. Kommt gesund zurück!

Für Anregungen bin ich wie immer offen. Falls ihr also noch weitere Tipps zum Reisen mit Tieren habt, freue ich mich über eure Kommentare : )

Update 09. Januar 2015

Wie ich soeben unter tasso.net erfahren habe, gelten seit kurzem neue Regeln beim Reisen mit Haustieren und zum Thema Tollwutimpfung. Diese möchte ich euch hier kurz erläutern:

  1. seit 29.12.14 gibt es einen neuen EU-Heimtierausweis, den man beim Tierarzt bekommt, sollte man einen anfordern. Optisch verändert sich nichts. Inhaltlich aber schon: neuerdings müssen Tierhalter die personenbezogenen Daten mit Unterschrift bestätigen. Auch der Tierarzt muss unterschreiben und damit seine Kontaktinfos bestätigen. Außerdem gibt es eine selbstklebende Versiegelung der beiden Seiten auf denen Tollwutimpfung und Chip-Nummer-Aufkleber zu finden sind. Wichtig: „Alte“ Heimtierausweise bleiben weiterhin gültig, bis das entsprechende Tier stirbt.
  2. seit 31.12.14 dürfen auch Privatpersonen keine Welpen mehr ohne Tollwutimpfung nach Deutschland bringen. Wer geimpfte Tiere nach Deutschland bringen möchte, muss darauf achten, dass zwischen Impfung und Einfuhr mindestens drei Wochen liegen. Das ist nötig, weil der Impfschutz erst dann wirkt. (geimpft werden dürfen Hunde erst ab der 12. Lebenswoche!). Vorteil dabei: Mit dieser neuen Regel soll vermieden werden, dass Welpen zu früh von der Mutter getrennt und von illegalen Welpenhändler nach Deutschland gebracht werden.

Weitere Infos unter tasso.net.

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