Norwegische Waldkatze

26.03.14

Norwegische Waldkatzen gehören zu den Halblanghaarkatzen und sind aufgrund ihrer Entwicklung den natürlichen Rassen zugeordnet. Mir persönlich gefällt diese Katzenrasse besonders gut, weil sie wild wirkt, aber ein sehr angenehmes Wesen hat.

Die Optik

Auffallend bei der Norwegischen Waldkatze, die oft auch als „Norweger“ oder auf norwegisch „Norsk Skogkatt“ bezeichnet wird, ist ihre Größe und der längliche Körper. Im Vergleich zu vielen anderen Rassen hat sie einen sehr muskulösen Körperbau. Ihre Schulterhöhe kann bis zu 45 Zentimeter betragen und die Länge zwischen Schwanz und Nase bis zu 130 Zentimeter. Katzen wiegen in der Regel zwischen 3,5 und sieben Kilo. Kater dagegen zwischen 5 und 9,5 Kilo. Neben der Ragdoll- und Maine-Coon-Katze gehört die Norwegische Waldkatze zu den größten Katzen überhaupt. Ausgewachsen ist sie erst mit drei bis vier Jahren. Der Knochenbau ist sehr stark.

Farblich unterscheiden sich die Tiere maßgeblich. Sämtliche Farben und Zeichnungen sind erlaubt.Von schwarzen Waldkatzen über Tiere mit getigerten Musterungen bis hin zu relativ hellen Vertretern kommt alles vor. Lediglich Chocolate, Cinnamon, Fawn und Lilac sind als Farbe aufgrund des Rassestandards nicht erlaubt. Das Fell ist halb lang und wie ihr auf den Bildern vielleicht erkennen könnt, haben Norwegische Waldkatzen buschige Halskrausen, die ihre wilde Optik unterstreichen. Auch der Schwanz ist buschig.

Das Fell ist doppellagig. Die Unterwolle ist sehr dicht und schützt vor Kälte. Das Deckhaar ist leicht ölig und schwer und deshalb extrem wasserabweisenden. Die vor Kälte schützende Funktion wird zusätzlich von längeren feinen Grannenhaaren unterstützt. Selbst Temperaturen von minus 30°C und Regenwetter machen dieser Kartze nichts aus. Regentropfen perlen einfach ab. Zwischen den Ballen hat die Katze Haarbüschel, was als Schneeschuhe bezeichnet wird. Die Pfoten sind generell beim Großteil der Tiere weiß. An den Hinterbeinen hat die Katze sogenannte „Knickerbocker“. Je nach Jahreszeit wechselt die Norwegische Waldkatze ihr Fell. Im Frühjahr haaren die Katzen stark. Im Sommer ist das Unterfell dann weniger dick. Allerdings ist die Veränderung bei kastrierten Katzen weniger sichtbar.

Waldkatze

Ein weiteres auffälliges Merkmal sind die Ohren. Sie sind mit starken Fellbüscheln ausgestattet und haben meist luchsartige Haarpinsel an den Spitzen. Die dreieckige Form des Gesichts wird durch die wunderschönen langen Schnurrhaare verdeutlicht. Die Augenfarbe kann variieren.

Herkunft

In der norwegischen Geschichte spielte die Waldkatze schon früh eine Rolle. Bereits die Wikinger-Münzen zeigten die Tiere deutlich. Anders als man aufgrund ihrer Optik vermuten könnte, ist die Norwegische Waldkatze nicht mit der Wildkatze verwandt. Schließlich kommt die in Norwegen gar nicht vor. Die Rasse ist sehr natürlich entstanden und war lange nicht von züchterischen Maßnahmen geprägt. Diese Tatsache ist auch dafür verantwortlich, dass diese Rasse kaum Fortpflanzungsprobleme hat. Geburtsfehler, Schwergeburten oder Frühgeburten treten im Vergleich zu anderen Rassen, die schon lange vom Menschen gezüchtet werden, um ein Vielfaches seltener auf. Im Grunde handelt es sich bei der Norwegischen Waldkatze um die regional entstandene Norwegische Hauskatze. Auf den Fjordbauernhöfen hatte sie früher die Aufgabe Mäuse zu jagen. Genau wie unsere Hauskatze es auf Bauernhöfen getan hat und noch heute tut.

Die typische Optik verdankt das Tier dem rauen Klima in Skandinavien. Es hat sich im Laufe der Zeit perfekt an die besonderen klimatischen Bedingungen angepasst. Sie ist eisige, schneereiche und dunkle Winter sowie trockene und heiße Sommer gewohnt. Gezüchtet wurde die Rasse erstmals 1930. Aufgrund des Zweiten Weltkrieges schenkte man der Züchtung lange keine Beachtung. Dann jedoch wurde ein starker Rückgang der langhaarigen Rasse beobachtet. Einige Norweger machten es sich zum Ziel die Rasse zu erhalten und schlossen sich zur Interessengemeinschaft zusammen. In den 70ern wurde das Züchten fortgesetzt und bereits 1972 wurde das Tier zur Norwegischen Nationalkatze ernannt und bekam einen vorläufigen Standard. Bei der FIFé (Fédération Internationale Féline) wurden 1975 die ersten Zuchtkatzen registriert. Heute ist die Waldkatze aus Norwegen europaweit beliebt und wird auf allen Kontinenten gezüchtet.

Charakter

Wegen der Herkunft aus Norwegen ist diese Rasse sehr robust und kräftig. Sie kann extrem gut klettern, was man aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts erst gar nicht vermuten würde. Aber in ihrer Heimat bewegt sie sich sogar auf glatten Felsen hervorragend, was auf ihre guten Kletter-Fähigkeiten zurückzuführen ist. Auch Springen fällt ihr leicht, weil ihre Hinterbeine länger sind als die Vorderbeine und sie mit einer starken Muskulatur gesegnet ist.

Der Charakter der Norweger ist gutmütig, angenehm und sanft. Im Vergleich zu anderen Rassen könnte man sagen, dass sie weniger eigensinnig und kompliziert sind und ihr Charakter eher dem eines Hundes ähnelt. Sie fühlen sich sehr von Menschen angezogen und gehen eine starke Bindung mit ihnen ein. Mit anderen Katzen und Hunden kommen sie meistens gut aus. Grundsätzlich werden sie als Familienkatze angesehen, weil sie auch mit Kindern liebevoll und tolerant umgehen. Norweger spielen und schmusen gerne ohne dabei aufdringlich zu sein. Oft behalten sie ihren ausgeprägten Spieltrieb bis ins hohe Alter. Sie sind ausgeglichen, ruhig und ein idealer Partner für Menschen. Ein weiteres Merkmal ist ihre Gesprächigkeit ; ) Sie kommentieren gern mit diversen Lauten und ihrer süßen Katzenstimme.

Waldkatze seitlich

Krankheiten

Generell sind Norweger extrem robust und nur wenig anfällig gegenüber Krankheiten. Wenn ihr ein reinrassiges Tier kaufen möchtet, solltet ihr allerdings auf einen wichtigen Punkt achten: Seriöse Züchter testen ihre Tiere auf HCM und GSD IV. Bei der Glykogen-Speicherkrankheit (GSD IV) kommt es zur rezessiven Vererbung. Katzenbabys, die das Gen von beiden Elternteilen vererbt bekommen, überleben die erste Lebenswoche meistens nicht. Und falls doch, werden sie höchstens zehn Monate alt. Dann müssen auch sie unter qualvollen Schmerzen sterben. Achtet deshalb darauf, dass euch der Züchter diesen Test beider Elternteile nachweisen kann! Trägerkatzen, also Katzen die das Gen nur von einem Elternteil bekommen, sind zwar gesund, für die Zucht allerdings nicht empfehlenswert. Schließlich soll die Krankheit aus der Rasse verbannt und nicht immer wieder weitergereicht werden!

Die artgerechte Haltung

Die skandinasiche Rassekatze will ständig Neues entdecken und ihrem Spieltrieb nachgehen. Deshalb ist es auch so wichtig, ihr genug Abwechslung und Aufmerksamkeit zu schenken. Aufgrund des hervorrgenden Sozialverhaltens lieben Norweger den Kontakt zu Menschen, aber auch zu Gleichgesinnten. Die Haltung mit einem Artgenosse ist daher empfehlenswert. Denn die Waldkatze mag es mit einem Partner umher zu ziehen und die Welt zu entdecken. Da ihr Bewegungsdrang hoch ist, benötigt sie ausreichend Platz. Ein zuverlässig montierter Kratzbaum mit vielen Spielmöglichkeiten bis hin zur Decke gehört bei dieser Rasse zur Mindestausstattung.

Grundsätzlich können Norwegischen Waldkatzen zwar auch als Wohnungskatze gehalten werden, aber ein Balkon mit Katzenschutznetz sollte immer gegeben sein. Aufgrund ihrer Herkunft und des hohen Bewegungsbedarfs würde ich jedem raten die Katze in die Natur zu lassen. Denn das Tier hat das Umherstreifen in der Wildnis noch stark in den Genen und will bei jedem Wetter draußen zu sein. Außer im Frühjahr ist das Fellkleid pflegeleicht. Einmal in der Woche bürsten reicht meistens völlig. Im Frühling täglich kämmen. Kämme mit rotierenden Zinken wären ideal, um schonend durch das Fell zu kommen und es für die Katze angenehm zu machen.

Fazit zu den Norwegern

Ich bin besonders angetan von dieser Rasse, weil Mutter Natur aus den zauberhaften Tieren rustikale und robuste Schönheiten gemacht hat. Ohne das Zutun der Menschheit entwickelten sich die natürlichen Katzen mit ihrem sanftmütigen und hundeähnlichen Charakter sehr gesund. Sie eignen sich ideal für Haushalte mit Kindern und freuen sich über einen Artgenossen sowie viel Freiheit. Eine tolle Rasse mit ausgeprägtem Spieltrieb. Norwegische Waldkatzen lieben Menschen und gehen gerne eine enge Bindung mit ihnen ein.

5 Kommentare für “Norwegische Waldkatze – Steckbrief”

  1. Gantner, Helga

    Ich habe eine nicht reinrassige Norwegerin, sie ist 9 Jahre alt und hat seit ca. gut 1 Jahr immer wieder
    Hautprobleme. Der Tierarzt meint es sei eine allergische Reaktion. Trockenfuller frißt sie nur bedingt.
    Gekauftes Naßfutter ja (aber die Inhaltsstoffe?!), am liebsten rohes Fleisch, etwas frishen Lachs und
    auch Butter

    Antworten
    • Hallo Helga,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Hat der Tierarzt dir denn Tipps geben können, gegen was deine Katze allergisch sein könnte?
      Es muss ja nicht immer am Futter liegen. Falls du mal ein anderes Futter testen willst, kann ich dir das Veritas empfehlen.
      Das gebe ich unserem Hund Tony. Es ist frei von jeglichen unerwünschten Stoffen, welche in konventionellem Futter leider oft drin ist.

      Schau es dir mal an. Ansonsten könnte eine Allergie auch an möglichen Pflegestoffen (Shampoo, Kamm usw) liegen.

      Ich hoffe du findest die Ursache

      Viele Grüße

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  1.  Katzenrassen – Arten und Probleme › fello

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