Interview mit Tierärztin-Anita-Kapahnke

20.10.14

Der dritte Teil meines Interviews mit Frau Kapahnke von Almo Nature enthält wichtige Informationen zur idealen Gestaltung der Katzenernährung. Heute erfährt ihr wie ihr Nass- und Trockenfutter optimal zusammenstellt, was nicht in Katzenfutter gehört, wie eine altersgerechte Katzenernährung aussieht und wie ihr die Tagesration richtig füttert.

7. Generell wird Katzenfutter in trockener und nasser Form angeboten. Wie sieht die optimale Zusammenstellung der Fütterung pro Tag aus? Sollte der Schwerpunkt eher auf Trocken- oder auf Nassfutter gelegt werden?

Der grundlegende Unterschied zwischen Trocken- und Nassfutter liegt im Wassergehalt, der im Nassfutter deutlich höher ist, als im Trockenfutter, das in der Regel einen Feuchtigkeitsgehalt von nur ca. 8-10 Prozent hat. Dieser relative Wert des unterschiedlichen Wassergehaltes verschiedener Futtermittel wirkt sich direkt auf den Wasserhaushalt der Katze aus, da sich das Bedürfnis der Katze nach Wasser auf ihre ursprüngliche Lebensweise als Wüstentier zurückführen lässt und ihre Entwicklung als ein streng fleischfressendes Tier widerspiegelt. Diese nehmen den Großteil der Flüssigkeit über die Beute auf.

Katzen haben eine geringere Empfindlichkeit gegenüber Durst und Dehydration im Vergleich zum Hund und können die Aufnahme von Wasser eher dem Gehalt an Trockenmasse der Futtermittel als in Relation zum Wassergehalt des Futters anpassen. Dies bedeutet, dass Katzen die mit kommerziellem Trockenfutter gefüttert werden, etwa die Hälfte der Menge an Wasser aufnehmen durch die Nahrung und durch das Wasser, das sie trinken, wie Katzen die mit Nassfutter gefüttert werden.

Ein weiterer Vorteil von Nassfutter ist, dass zu seiner Herstellung das Fleisch und der Fisch weniger behandelt werden muss, als für die Trockenfutterherstellung und somit die hochwertigen Ausgangsstoffe (Eiweiße) besser erhalten bleiben und das Nassfutter damit als Lieferant hochwertigerer Eiweißquellen angesehen werden kann. Mittlerweile gibt es aber auch schon neuartige Extrusionsverfahren, die eine Trockenfutterherstellung aus frischem Fleisch und damit eine schonende Verarbeitung ermöglichen.

Vorteile von Trockenfutter wiederum sind, dass das natürliche Verhalten der Katze in Bezug auf die Häufigkeiten der Mahlzeiten beibehalten werden kann. Hat eine Katze uneingeschränkten Zugang zum Futter so frisst sie über den Tag verteilt bis zu 16 kleine Mahlzeiten. Wildkatzen jagen über den Tag verteilt bis zu 10 Mäuse.

Angesichts dieser Erwägungen empfiehlt es sich, für die Ernährung der Katze Feucht- und Trockenfutter zu kombinieren, sowohl zur Verbesserung des Flüssigkeitshaushaltes des Tieres, als auch um die Variabilität der Zutaten zu erhöhen und das Wohlbefinden der Katze mit der Ernährung zu fördern.

Der Rat von Almo Nature ist, die Katzennahrung in 60% Nassfutter (zur Deckung des Wasserbedarfes und als Lieferant hochwertiger Eiweiße) und 40% Trockenfutter (für häufige Mahlzeiten im Laufe des Tages) zu unterteilen.

8. Was gehört Ihrer Ansicht nach nicht in Katzenfutter?

Es gibt viele Dinge, die ganz sicher niemals  in Katzenfutter gehören, wie z.B. Quecksilber, Blei und Nikotin, und die ich daher eigentlich nicht zu erwähnen brauche, da es selbstverständlich ist, sie einer Katze nicht anzubieten. Vieles würde von der Katze selbst auch niemals aufgenommen werden.

Da bei der Katze schwerwiegende Vergiftungen ausgelöst werden können, erscheint mir erwähnenswert, dass Zwiebeln und Knoblauch (können zu Blutarmut führen), Schokolade (das enthaltene Theobromin kann zum Herzstillstand führen), so wie auch Kaffee und schwarzer Tee, sowie Obstkerne (enthalten giftige Blausäure) nicht als Bestandteil der Katzenernährung betrachtet werden sollten.

Bei Milch- und Milchprodukten ist die Menge und der enthaltene Milchzucker entscheidend für die Verträglichkeit. Milchzucker wird bei erwachsenen Katzen aufgrund fehlender Enzyme im Dünndarm nicht vollständig verdaut und kann somit im Dickdarm zu Fehlgärungen und Durchfall führen. Verträgliche Tagesmengen sind max. 20 Milliliter Milch pro Kilogramm Körpergewicht.

Wie oben schon erwähnt kann ungekochte Stärke bzw. nicht ausreichend lang gekochte stärkereiche Futtermittel wie Kartoffeln, Nudeln, Reis oder Getreideflocken zu Durchfall führen, da die Stärke ungekocht nicht aufgeschlossen werden kann.

Rohes Eiweiß enthält einen Trypsinhemmstoff, der die Eiweißverdauung negativ beeinflusst. Die Verfütterung größerer Mengen roher Eier kann daher ebenfalls zu Verdauungsproblemen führen. Gekochtes Eiweiß kann hingegen verfüttert werden. Ähnliches gilt für die Verfütterung von rohen Hülsenfrüchten wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen.

9. Junge, mittel alte und Seniorkatzen haben unterschiedliche Ansprüche was das Futter angeht. Welchen Rat würden Sie Katzenhaltern geben, wenn diese Probleme bei der Gestaltung der altersgerechten Ernährung haben?

Für alle Katzen ist es wichtig, dass sie hochwertige Eiweißquellen zur Deckung Ihres Energiebedarfs zur Verfügung haben. Bis auf den unterschiedlichen veränderten Bedarf von Jungtieren und noch wachsenden Tieren gegenüber ausgewachsenen Tieren, kann keine generelle Aussage zur Fütterung in Abhängigkeit vom Alter gemacht werden. Es kommt eher auf das Individuum, seinen Gesundheitszustand und seine Lebensumstände an. Katzen mit Freigang haben einen höheren Energiebedarf, als ausschließlich in der Wohnung gehaltene Tiere. Bestimmte Erkrankungen müssen berücksichtigt werden. Eine Katze mit einer nachgewiesenen Niereninsuffizienz bedarf einer anderen Fütterung, als eine Katze die keine Nierenprobleme hat. Eine generelle Einteilung nach bestimmten Alterskategorien ist also nur in Maßen anwendbar. Hochwertige Eiweißquellen sollten in jedem Alter zur Verfügung gestellt werden!

10.  Auf wie viele Mahlzeiten sollte die Tagesration Futter verteilt werden?

Wenn man sich am natürlichen Nahrungsverhalten der Katze orientiert, die über den Tag verteilt viele kleine Beutetiere fängt, so sind möglichst viele über den Tag verteilte kleine Futtermengen am besten. Das ist natürlich nicht immer praktikabel. Almo Nature rät bei einer Wohnungskatze zu der Aufteilung in 60% Nassfutter und 40% Trockenfutter zu zwei bis drei Nassfutterportionen und Trockenfutter zwischendurch. Das Trockenfutter kann auch mit Fütterungsautomaten angeboten werden, so dass der Tierhalter dafür nicht anwesend sein muss. Bei der Verabreichung von Nassfutter ist das schwieriger. In der Natur oder wenn sie es sich frei einteilen kann, nimmt eine Katze 15 über den Tag verteilte kleine Portionen zu sich.

 

Im vierten und letzten Teil des Interviews erläutert Frau Kapahnke Wesentliches zum Thema Barfen, Katzengras und zur individuellen Futterherstellung bei Almo Nature. Schaut auch nächste Woche wieder vorbei, um euer Wissen zu erweitern : )

Interview zur Katzenernährung mit Almo Nature-Tierärztin Anita Kapahnke – Teil 1

Interview zur Katzenernährung mit Almo Nature-Tierärztin Anita Kapahnke – Teil 2

Interview zur Katzenernährung mit Almo Nature-Tierärztin Anita Kapahnke – Teil 4

 

Anita KapahnkeProfil Anita Kapahnke (Tierärztin)

Veterinary consultant ( Beratende Tierärztin) für Almo Nature seit 2012.

Studium der Veterinärmedizin in Bologna (I) und Berlin mit Approbation 1995.
Langjährige Tätigkeit im Tierheim Berlin. Seit Januar 2009 Niederlassung in Pankow/Wilhelmsruh mit eigener Kleintierpraxis.

 

Almo Nature  

Infos zum Gewinnspiel

Beim Gewinnspiel kann jeder von euch mitmachen. Verlost werden insgesamt drei Katzen-Futterpakete von Almo Nature. In den ersten drei Teilen des Interviews wird jeweils eines der Futterpakete verlost. Also heute bereits das Dritte und Letzte! Der Gewinner wird jeweils im nächsten Teil des Interviews bekanntgegeben.

Jedes der Futterpakete enthält einen Karton Trockenfutter (Rouge Label The Alternative 12 x 105g) und einen Karton Nassfutter (Green Label Raw Pack 24 x 55g). Der Gesamtwert pro Paket beträgt über 44 Euro.

Hier die Regeln zur Teilnahme

  1. Schreibt in einen Kommentar unter den entsprechenden Interview-Teil, was euch bei der Fütterung eurer Katze wichtig ist (bitte beim Kommentieren eure korrekte E-Mail-Adresse angeben, damit ich nach der Verlosung Kontakt mit euch aufnehmen kann)
  2. Optional: ich würde mich über das Teilen des Interviews freuen ; )
  3. Unter allen Lesern, die beim jeweiligen Interview-Teil kommentiert haben, werden die Gewinne verlost

Teilnahmeschluss ist Sonntag der 26.10.2014 (23.59 Uhr)! (Gilt für das Dritte von drei Futterpaketen)

 

Gewinner der zweiten Verlosung ist: Roman (hat sich leider nicht gemeldet) – Neuer Gewinner: Sabine8 

Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit dem Futter. Ich hoffe es schmeckt den Vierbeinern : )

11 Kommentare für “Interview zur Katzenernährung mit Almo Nature-Tierärztin Anita Kapahnke – Teil 3 (mit Verlosung)”

  1. Kathrin Hartmann

    Mir ist wichtig, dass unsere kleine mit dem Futter alles bekommt, was sie braucht.
    Wir haben leider schon schlechte Erfahrungen mit den billigen Sorten gemacht.
    Der Preis sollte natürlich auch passen.

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  2. Hallo 🙂

    puh, zum Glück hatte ich das Verhältnis zwischen Trocken- und Nassfutter bereits so ungefähr drin … Meine Prinzessin tendiert eher zu Trockenfutter und ist bei Nassfutter sehr wählerisch …. doch bei Trockenfutter finde ich es schwerer die richtige Wasseraufnahme zu kontrollieren … hier waren echt gute Tipps dabei … gekochte Kartoffeln mag meine Kleine unheimlich gern … und wen mal was nicht so gemocht wird, hilft mamchmal etwas Lachsöl oder ein Eigelb mut Wasser 🙂

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  3. Mein Kater ist schon 16 Jahre alt und gottseidank noch ganz gesund. Ich habe bei seiner Ernährung darauf geachtet, daß er ausgewogenes, qualitativ hochwertiges Futter bekommt. Vor allen Dingen habe ich beachtet, daß seine Nieren gesund bleiben und er genügend Wasser trinkt.
    Er zeigt mir selbst, was ihm gut tut, auch wenn er tatsächlich über den Tag verteilt immer wieder nur kleine Häppchen frißt und ich deshalb auch nur kleine Portionen nachfülle.
    Auch frißt er abwechselnd Trocken- und Naßfutter, was mir ganz recht ist.

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  4. Doris Loegel

    Meine beiden Samtpfoten sind echte Feinschmeckerinnen und sehr wählerisch vor allem was das Nassfutter betrifft. Deshalb ist es auch mir wicht, dass sie hochwertiges Futter bekommen, wo ich mich darauf verlassen kann, dass der Hersteller weiss was Katzen für ihren Gesundheitserhalt brauchen und erst noch gerne essen. Beim Futter von Almo Natur kann ich mich darauf verlassen, dass meine Samtpfoten genau dies bekommen.

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  5. Es ist mir wichtig, dass das Katzenfutter auf die Schwächen meines Katers abgestimmt sind. Dies sind beispielsweise verschiedene Futtervariationen, welche spezifisch für „Senioren“ zu kaufen sind. Dabei ist jedoch nicht nur wichtig, dass mein Kater dennoch täglich verschiedene Geschmacksrichtungen geniessen kann, sondern auch dass das Futterpäckchen mindestens 100g enthält, sodass ich nicht 2mal 65g-Päckchen etc. öffnen muss und somit täglich Resten habe oder einfach „zu viel“ futtere.

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  6. Aussehen und Geruch ist für mich wichtig…für meine Katze aber eher das alles enthalten ist was für Sie wichtig ist und es Ihr schmeckt.

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  7. Carina Mittermüller

    Wichtig ist mir ein hoher Fleischanteil und kein Getreide.
    Ich habe zwei BKH Kater und beide haben unterschiedliche Vorlieben.
    Der eine frisst lieber Trockenfutter, der andere lieber Nassfutter.
    Somit biete ich immer beides an.

    Ich gebe auch gerne etwas mehr Geld fürs Futter aus solange die Qualität stimmt. Denn meine Samtpfoten sollen dass beste bekommen 🙂

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  8. Iris Geisseler

    Ich liebe meine 3 Katzen, da ich nur Hochwertig Füttere, würde ich mich sehr freuen. Almo habe ich jetzt noch nie Versucht, aber bin wirklich gespannt wie es meinen ankommt. Vielen Dank

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  9. das Nassfutter 60% und Trockenfutter 40% betragen soll wussten wir nicht, bei uns war das bisher eher andersrum, von daher bin ich froh den Artikel gelesen zu haben!

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  10. Mir ist am wichtigsten, dass es meinem Kater schmeckt, dass er sein Futter gerne frisst und er dabei alle wichtigen Nährstoffe erhält, damit wir lange gemeinsam durchs Leben gehen können <3

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  11. Meine beiden Kater sind mir sehr wichtig und sind beide Hauskatzen. Der 1te Kater (7 Jahre) hab ich aus einer Tötungsstation und ist soooo pflegreich, sehr lieb, verschmust und ist beim Fressen nicht wählerrich. Mein 2ter Kater(4 Jahre) macht mir sehr viele Probleme, er ist richtig übergewichtig. Ihn hab ich mit ca. 4 Monaten aus schlechter Haltung und ist der Einzige der vom Wurf überlebt. Er frist fast alles, am liebsten Katzenhaare, Staub und meine graue Kleidung. Also warum nur die graue, keine Ahnung??? Beim Katzenfutter ist er wählerrich. Ich achte sehr darauf, dass meine Katzen öfters kleinere Mahlzeiten bekommen und diese auch alles enthalten was sie brauchen. Als Leckerli bekommen sie auch ab und an Rindfleich, Huhn oder Tunfisch. Beide Katzen trinken sehr viel, worüber ich auch sehr froh bin. Beide mögen auch ab und zu lactosefreie Milch und vertrage sie auch auch sehr gut. Ich hoffe dass sie beide so alt wie mein allererster Kater (21Jahre alt) werden.

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