07.06.13

Diabetes ist bei Menschen eine bekannte Erkrankung. Dass aber auch Katzen und Hunde daran leiden können, wissen nur wenige. Heute will ich euch einige Infos dazu bereitstellen und ein bisschen aufklären.

Die Diagnose bei Hunden und Katzen

Wie auch bei vielen Menschen erfordert Diabetes eine Umstellung der Ernährung und strikte Kontrolle. Doch was, wenn die Krankheit noch nicht einmal erkannt ist? Wenn ihr das Gefühl habt, dass euer Tier in letzter Zeit mehr Wasser trinkt als sonst, entsprechend oft Urin lässt und trotz großen Hungers abnimmt, solltet ihr vorsichtshalber zum Tierarzt. Oft ist die Ursache ein erhöhter Blutzuckerspiegel. Denn diese drei Faktoren sind Hinweise auf die Erkrankung. Bei Katzen kann es sogar vorkommen, dass sich ihr Gang verändert. Der hintere Bereich des Körpers kann etwas einknicken. Beobachtet ihr diese typischen Veränderungen einige Tage lang, solltet ihr das überprüfen lassen.

Genauso wie bei Menschen, trifft die Krankheit auch Tiere. Der Tierarzt stellt die Erkrankung mit einem Urin- und Bluttest fest. Die Deutsche Tierschutzakademie hat bereits Schätzungen durchgeführt. Demnach leiden in Deutschland zwischen 40.000 und 50.000 Katzen und Hunde unter der Zuckerkrankheit.

Die Folgen für Halter und Tier

Der Zucker im Urin sorgt für einen osmotischen Prozess, der wiederum dem Körper Wasser entzieht. Deshalb trinken die Tiere mehr, weil sie diesen Wasserverlust ausgleichen möchten. Wird Diabetes bei Haustieren festgestellt, werden die Halter mit einigen Umstellungen konfrontiert. Das Wichtigste ist jedoch, dass die Werte des Blutzuckerspiegels konsequent und regelmäßig kontrolliert werden. Um die Krankheit in den Griff zu bekommen, muss zuerst das Futter umgestellt werden. Hierfür gibt es spezielles Diabetiker-Tierfutter. Auf Leckerlis sollte verzichtet werden. Die Gefahr den Blutzuckerspiegel in die Höhe zu treiben, sollte nicht unterschätzt werden.

Die normalen Mahlzeiten sollten zu bestimmten Zeiten verfüttert werden. Bei Katzen kann das manchmal problematisch werden, weil viele über den ganzen Tag verteilt kleiner Häppchen zu sich nehmen. Trotzdem lohnt es sich eine Umstellung zu versuchen. Klappt das nicht, ist oft die einzige Lösung die alte Ernährungsweise beizubehalten. Die Futterumstellung ist aber unerlässlich.

Viele Halter wollen ihrem Tier etwas gutes tun und bereiten das Futter dann selbst zu. Auch hier besteht das Risiko einer fehlerhaften Ernährung. Kaum Halter sind über langsame und schnelle Kohlenhydrate ausreichend gut informiert. Das Wissen ist aber notwendig, um Futter entsprechend für Diabetiker zuzubereiten.

Katze

Welche Tiere sind am meisten betroffen?

An Diabetes können grundsätzlich alle Säugetiere erkranken. Beispielsweise auch Nagetiere, Pferde und Rinder. Besonders häufig trifft es Katzen und Hunde. Bei betroffenen Katzen ist das Verhältnis zwischen Männchen und Weibchen ziemlich ausgeglichen. Bei Hunden dagegen erkranken mehr Weibchen. Außerdem wurde beobachtet, dass kleinere Hunderasse wie Dackel und Pudel öfter daran erkranken als große Rassen.

Wann kommt es zu Diabetes?

Natürlich muss man immer den Einzelfall betrachten. Aber man kann sagen, dass die Krankheit im jungen Alter eher selten auftritt. Häufig kommt es zur Entwicklung von Zucker bei Tieren im mittleren und hohen Alter.

Was ist das Problem im Körper?

Bei Diabetes besteht das Problem darin, dass der Körper das körpereigene Hormon Insulin nur unzureichend bildet, freisetzt oder dessen Wirkung zu gering ist. Das ist bei Mensch und Tier gleich. Es wird zwischen zwei Typen unterschieden (auch in der Tiermedizin):

  • Diabetes Typ 1 – Die Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig oder gar kein Insulin
  • Diabetes Typ 2 – Es ist genug Insulin da, aber die Körperzellen reagieren nicht ausreichend darauf

Was sind die Ursachen?

Bei  Tieren gibt es einige Faktoren, die das Entstehen von Diabetes begünstigen. Diese sind Stress, Medikamente und Übergewicht. Dabei ist Übergewicht sehr häufig ein ausschlaggebender Faktor. Des Weiteren können Entzündungen, eine beschädigte Bauchspeicheldrüse, angeborene Defekte oder Hormonstörungen die Erkrankung auslösen.

Was passiert, wenn die Krankheit nicht entdeckt wird?

Wird Diabetes nicht entdeckt und entsprechend auch nicht richtig behandelt, kann das schlimme Folgen für euer Tier haben. Wie oben im Beitrag bereits beschrieben, sind die ersten Anzeichen starker Durst und Harndrang. Anschließend kommt es zu Heißhunger und das Tier nimmt trotzdem stark ab. Was folgt sind Kraftlosigkeit und Müdigkeit. Viele Tiere müssen erbrechen, sie können Schwierigkeiten beim Atmen bekommen und das Bewusstsein verlieren. Daraufhin kommt es zu Schäden an den wichtigen Organen Leber und Niere. Das „Worst-Case-Szenario“ wäre ein Zuckerkoma, der tödlich endet. Keine schöne Vorstellung!

Sobald genannte Symptome eintreten, sollte ein Besuch beim Tierarzt folgen.

Demnächst möchte ich einen weiteren Beitrag zum Thema verfassen. Dabei werde ich etwas genauer erläutern, wie Diabetes bei Tieren behandelt wird und welche Möglichkeiten bestehen. Niemand braucht Angst und Panik zu bekommen, wenn beim Tier Diabetes diagnostiziert wird. Es ist genau wie beim Mensch eine Erkrankung mit der auch Tiere gut leben können.

Bildquelle: bagal (Titelbild), piu700 (Bild 2 Katze) / pixelio.de

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