Angorakatzen

13.06.14

Unter der Bezeichnung Angorakatze verbergen sich wunderschöne Tiere mit langem Fell. Im heutigen Steckbrief erfahrt ihr mehr zu den eleganten Tieren. Von der Optik über die Herkunft bis hin zur artgerechten Haltung habe ich diverse Infos zusammengestellt.

Die Optik

Angorakatzen zeichnen sich durch ein langes und volles Haarkleid aus. Während die ursprüngliche Angorakatzen ein eher buschiges und langes Fell hatten, ist die heutige Türkisch Angora (Halblanghaar-Katzen) geprägt von einem mittellangen und anliegenden Fell. Unter den Fell- und Augenfarben sind sämtliche Farben möglich. Unter den Türkisch Angora nicht anerkannt sind die Farben Lilac, Fawn, Point und Chocolate. Angorakatzen haben einen mittelgroßen Körper. Das Gewicht liegt bei Katzen zwischen 2,5 und vier Kilogramm und bei Katern bei rund fünf Kilogramm. Die Tiere sind körperlich robust, auch wenn einige Vertreter nicht so wirken.

Obwohl die ursprünglichen Vertreter der Rasse, die aus der Türkei stammen, kräftig gebaut waren, hat sich die Rasse im Laufe der Zeit zu eleganteren Tieren entwickelt. Anders als bei vielen anderen Rassen gibt es Angorakatzen in vielen verschiedenen Zeichnungen. Von einfarbigen weißen Tieren bis hin zu gefleckten Katzen mit dunklen und hellbraunen Flecken ist alles möglich. Allgemein kann man sagen, dass die Tiere heute elegant, hochbeinig und schlank sind. Das Fell ist lang, glänzend und seidig. Eine Unterwolle gibt es nicht. An den Hinterbeinen trägt die Angorakatze „Hosen“ und im Winter zusätzlich einen dichten Kragen. Im Sommer ist das Fell kürzer.

Der Schwanz ist buschig und lang. Obwohl das Fell lang ist, hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen, weil die Unterwolle fehlt. Deshalb ist auch ein Verfilzen nicht möglich. Trotzdem freuen sich die Katzen über tägliches Bürsten. Ein Muss ist das aber nicht. Gelegentliches Kämmen reicht theoretisch aus. Darf eure Katze raus in die Natur, solltet ihr Verunreinigungen aus dem Fell möglichst schnell entfernen. 

Herkunft

Vermutet wird, dass der Ursprung der Angorakatze in Kleinasien liegt. Genauer genommen aus einer Region, die früher Angora genannt wurde. Daher würde sich auch der Name erklären. Dort sollen die langhaarigen Katzen bereits als Hauskatzen gehalten worden sein. Im europäischen Adel sollen die edlen Tiere ungefähr im 17. Jahrhundert aufgetaucht sein. Genetisch stimmen Perserkatzen zum Großteil mit der europäischen Hauskatze überein, was neue Untersuchungen ergaben. Aufgrund dieser Erkenntnisse können die früheren Behauptungen, Perserkatzen würden von den Angoras abstammen, widerlegt werden. Die Züchtungen reiner Angorakatzen haben aufgehört, als zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert erste Zuchtstandards und Rassekatzen-Namen festgelegt wurden. Damals wurden langhaarige Katzenvertreter, die aus der Angorakatze hervorgehen als Perserkatzen bezeichnet. Die reine Rassekatzenzucht enthält deshalb die Bezeichnung „Angorakatze“ nicht mehr. Allgemein wird der Begriff aber noch häufig benutzt.

Die historische Angorakatze wurde erst wieder in den 1970er Jahren neu entdeckt. Diese Katze wird seither auf der ganzen Welt gezüchtet. Aufgrund der verschiedenen Züchtungen in der Türkei und in diversen europäischen Ländern haben sich einige Eigenarten entwickelt. Die Bezeichnung lautet heute „Türkisch Angora“. Einige Länder im Osten bezeichnen aber ausschließlich Langhaarkatzen mit weißem Fell als Angorakatzen.

Grund für die türkische Ausrichtung ist, dass die damals ausschlaggebenden Tiere im Zoo von Ankara lebten und als Angorakatzen alter Abstammung identifiziert wurden. Gen-Untersuchungen zufolge handelt es sich bei der Angorakatze, die ursprünglich aus der Türkei stammt, um die älteste Langhaarrasse überhaupt und gilt damit als Urmutter sämtlicher Langhaarrassen, die wir heute kennen. Da der Ursprung der Türkisch Angora natürlich ist (entstanden durch ein mutiertes Langhaar-Gen) gibt es kaum rassebedingte Krankheiten.

Charakter

Angorakatzen sind sehr verspielt und zum Toben stets bereit. Man könnte Angoras als verspielt, gutmütig, neugierig, lebhaft und unkompliziert bezeichnen. Bis ins hohe Alter behalten die Tiere ihren ausgeprägten Spieltrieb. Angorakatzen springen übrigens ziemlich gut und hoch. Außerdem ist die Rasse sehr kontaktfreudig. Die Bindung zum Besitzer ist in der Regel sehr eng. Aggressionen kennen Angorakatzen nicht.

Angorakatzen sind trotz ihrer Verspieltheit ruhige Zeitgenossen, die für Streicheleinheiten immer ein offenes Ohr haben ; ) Sie fordert ihre Aufmerksamkeit konsequent ein. Dem Menschen begegnet sie gerne schnurrend und stolz. Sie braucht unsere volle Aufmerksamkeit!

Krankheiten

Erfreulich bei Angorakatzen ist, dass sie nie zur Modekatze avancierten. Die Rasse ist noch sehr ursprünglich und natürlich. Aufgrund dessen sind keine rassebedingten Erkrankungen bekannt. Bindehautentzündungen können vorkommen. Bei empfindlichen Tieren kann deshalb hilfreich sein die Haare direkt um die Augen vorsichtig zu kürzen.

Bei komplett weißen Türkisch Angora kommt es häufig zu Störungen des Gleichgewichtsinns, Augenzittern, Taubheit und Schwerhörigkeit. Zudem kann es bei der Rasse, allerdings nur bei Jungtieren, zur Ataxie kommen. Dann könnne die Kätzchen nicht laufen, sie sterben früh.

Die artgerechte Haltung

Angorakatzen lieben weiche und kuschelige Liegeplätze. Erhöhungen auf Katzenbäumen benötigen sie, um ihre Umgebung stets im Blick zu haben. Aufgrund des ausgeprägten Spieltriebs müsst ihr euch für eure Angora viel Zeit nehmen. Sie will beschäftitgt sein und sucht auch den Kontakt zu euch. Außerdem lieben die Tiere die Herausforderung. Mit etwas Geduld können sie sogar Kunststücke lernen und nachmachen. Angorakatzen könnt ihr grundsätzlich in der Wohnung halten, weil sie sich damit zufrieden geben. Unterschätzt aber dann nicht die Einrichtung ausreichender Beschäftigungs- und Klettermöglichkeiten.

Angorakatzen eignen sich bestens für Familien mit Kindern. Zugeworfene Bälle werden apportiert, was das Spielen mit Kindern spannend macht. Auch gegenüber Artgenossen und Hunden sind Angorakatzen aufgeschlossen. Junge Tiere sind noch offener für derartige Zusammenschlüsse.

Empfehlenswert ist die Haltung mit einem Artgenossen. Ganz besonders dann, wenn die Angorakatze als reine Wohnungskatze ghalten wird. Zusätzliche Schmusestunden mit den menschlichen Familienmitgliedern sollten täglich auf dem Programm stehen.

Fazit zu Angorakatzena

Angorakatzen sind sehr ursprüngliche und natürliche Vertreter der Katzenwelt, was mir persönlich sehr zusagt. Die Tiere sind instinktsicher, anspruchsvoll, temperamentvoll, freundlich, anhänglich und durchaus intelligent. Ihr Spieltrieb ist ausgeprägt und wir Menschen müssen Sie fordern und ausreichend beschäftigen. Angorakatzen brauchen die Aufmerksamkeit der Halter. Es dürfte Katzenliebhabern jedoch leicht fallen, diese Voraussetzung zu erfüllen. Denn bei dem sympathischen Charakter der Tiere macht der Kontakt einfach Spaß.

Bildquelle: artverau / pixabay.com

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