Futter

30.10.14

Verantwortungsvolle Hundehalter zerbrechen sich teilweise ziemlich den Kopf über die ideale Ernährung für ihre Tiere. Doch was ist denn nun richtig und was falsch? Ich habe euch zum Thema gesunde Hundeernährung ein paar Tipps zusammengestellt.

Grundsätzlich ist es für die optimal Ernährung von Hunden sinnvoll, sich am natürlichen Vorbild zu orientieren. Daher sollten wir Halter uns immer darüber bewusst machen, wie sich Hunde in der freien Wildbahn ernähren. Da Hunde vom Wolf abstammen, dient dessen Ernährung gleichermaßen als natürliches Vorbild. Es gilt den individuellen Organismus und das Verdauungssystem des Tieres zu betrachten. Erst dann sind wir in der Lage Hunde korrekt und ausgewogen zu ernähren. Generell sind Hunde Fleischfresser.

In der Natur ernähren sie sich von verschiedenen Beutetieren. Über den Verzehr dieser Tiere nehmen Hunde beziehungsweise Wölfe aber nicht nur Fleisch, Knochen und Co. auf, die mit Eiweiß und Calcium versorgen, sondern auch pflanzliche Bestandteile. Denn die entsprechenden Beutetiere wie Hasen ernähren sich von Pflanzenteilen. Über diese zusätzlichen Bestandteile wird der Organismus des Hundes mit gleichermaßen wichtigen Rohfasern versorgt. Daher müssen wir darauf achten, dass wir diese wertvolle Kombination einhalten und uns nicht ausschließlich auf Fleisch konzentrieren. In meiner Artikelreihe zum Thema Barfen könnt ihr hierzu mehr lesen.



1. Billige Füllstoffe vermeiden

Wenn ihr euch die Zutatenliste von einigen Futtermittelherstellern durchließt, stoßt ihr vielleicht auf „Mais“ und „Getreide“. Dabei handelt es sich keinesfalls um für den Hund wertvolle Bestandteile. Im Gegenteil: Die Futtermittelindustrie setzt derartige Füllstoffe lediglich deshalb ein, weil sie billig sind. Getreide ist für den Verdauungsapparat des Hundes nicht gerade ideal, weil die Organe nicht dafür gemacht sind. In zu hohen Mengen kann es den Tieren durchaus schaden. Diese Bestandteile machen lediglich satt, gesund allerdings weniger! Achtet also darauf und kauft wenn möglich Hundefutter ohne Mais und Getreide. Auch Bestandteile wie Soja sind für Hunde nicht unbedingt gut. Ich habe mich online ein wenig umgesehen und in einigen Onlineshop wie beispielsweise von Futterhaus einige empfehlenswerte Produkte entdeckt. Darunter getreidefreies Hundefutter mit hohem Fleischanteil, das die gesunde Verdauung fördert.

2. Keine Zusatzstoffe

Immer mehr Hunde reagieren auf die minderwertigen Futtermittel empfindlich. Kein Wunder, im Grunde geht es ihnen wie uns. Sie reagieren immer heftiger auf die schlechten Inhaltsstoffe, die die Industrie einsetzt, um Lebensmittels haltbarer, schöner und leckerer zu machen. Während in der Menschenwelt längst ein Umdenken stattgefunden hat und wir vermehrt zurück zum Ursprung kommen, verhält es sich in der Tierwelt nicht anders. Eine wachsende Zahl an Haltern greift zu Hundefutter das frei ist von jeglichen Farb- und Konservierungsstoffen sowie Geschmacksverstärkern oder Aromastoffen. Und diesen Wandel kann ich nur begrüßen. Macht auch ihr euch bewusst, dass jegliche dieser Stoffe nichts mit einer natürlichen Ernährung zu tun haben. Sie tun unseren Tieren keinesfalls gut. Auch wenn viele dieser Futtersorten billiger sind, solltet ihr investieren und hochwertiges Futter ohne diese schlechten Inhaltsstoffe kaufen. Eure Hunde werden vitaler, gesünder und länger leben.

3. Die ideale Mischung

Hunde ziehen ihre Energie hauptsächlich aus Eiweiß. Um den hohen Bedarf zu decken, müsst ihr für hochwertige Eiweißquellen sorgen. Fleisch ist hierfür besonders wichtig. Aber auch pflanzliche Bestandteile sind entscheidend. Grundsätzlich müssen Tiere ausreichend Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe und Aminosäuren erhalten. Wir haben unserem Tony zu Beginn beispielsweise ein Futter gegeben, das folgende Bestandteile enthielt:

  • 70 % Fleisch/Fisch
  • 30 % Gemüse, Kräuter, Obst

Getreide war nicht verarbeitet, was mir persönlich wichtig ist. Lediglich Kartoffeln wurden als Kohlenhydratquelle verwendet. Hochwertiges Lachsöl stellt dem Hund essentielle Fettsäuren zur Verfügung. Dies ist allerdings nur ein Beispiel und muss nicht genauso übernommen werden. Es gibt sehr viele Futtersorten, die mehr als empfehlenswert sind. Achtet darauf, dass natürliche Bestandteile zum Einsatz kommen. Der Fleischanteil sollte besonders hoch sein, weil Hunde Eiweiß brauchen um Energie zu gewinnen. Pflanzliche Bestandteile dürfen nie fehlen!

4. Alter, Gewicht, Körperbau und Energiebedarf beachten

Selbst wenn ihr sehr gutes Futter füttert, kann es zu einer Über- oder Unterversorgung kommen. Der Grund: Viele Halter vergessen beim Füttern den individuellen Nährstoffbedarf, der sich aus dem Alter, Gewicht, Körperbau und Energiebedarf ergibt. Beispielsweise benötigt ein Junghund, der sich mitten im Wachstum befindet wesentlich mehr Energie, als ein sehr alter Hund, dessen Bewegungsdrang viel geringer ist. Ich denke ihr wisst, worauf ich hinaus will. Es ist entscheidend für die Gesundheit eures Hundes, dass ihr diese individuellen Faktoren in die Fütterung einbezieht und das Futter, sowie die Mengen darauf abstimmt.

Futtermenge

5. Fütterungsfehler erkennen

Ich weiß aus Erfahrung, dass es nicht gerade eine einfach Übung ist einen Hund optimal zu füttern. Um Fütterungsfehler zu erkennen, ist es hilfreich den Hund genau zu beobachten. Folgende Elemente dienen euch als Indikatoren:

  • Gewicht
  • Fell
  • Kot
  • Geruch

Das Gewicht gibt euch natürlich Aufschluss darüber ob der Hund die richtige Menge und Qualität an Futter bekommt. Füttert ihr zu viel und gleichzeitig schlechtes Futter, ist Übergewicht vorprogrammiert. Zu knapp berechnete Futtermengen oder Futter mit zu geringem Nährstoffgehalt kann dagegen zu Untergewicht führen. Beides ist schlecht! Ich habe bei meinem Tierarzt mal ein schönes Bild im Wartezimmer hängen sehen, das ich mir für immer eingeprägt habe. Es zeigte Hundekörper aus der Vogelperspektive. Die Körperformen zeigten an, wann ein Tier zu mager und zu dick ist. Das Idealgewicht zeigte einen Körper bei dem der Brustkorb den breitesten Teil des Körpers ausmachte. Nach hinten hin wurde der Körper schmaler und an den Hinterläufen wurde er dann wieder etwas breiter. Um euch zu verdeutlichen was ich meine, habe ich von unserem Tony ein Foto gemacht ; ) So sieht ein normaler Körperbau von oben aus:

Tony-Körper

Das Fell ist wie bei uns Menschen die Haut: Es zeigt uns ob der Hund gesund oder krank ist. Ein stumpfes Fell ohne Glanz ist ein Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Auch ein unangenehmer Geruch kann bedeuten, dass falsch gefüttert wird. Besonders aussagekräftig ist der Kot. Dies ist bei uns Menschen gleichermaßen. Zu große Kotmengen zeigen uns, dass das Futter schlecht verdaulich und minderwertig ist. Ist das Futter gut und versorgt es den Hund richtig, kann der Organismus aus der Ernährung mehr Nährstoffe entnehmen, Bestandteile besser verwerten. Die Abfallmengen minimieren sich dann entsprechend, was zu weniger Kot führt.

Keine Tierversuche für Hundefutter!

Neben den fünf genannten Tipps zur Hundefütterung, möchte ich euch bitten auch das Thema Tierversuche beim Kauf von Hundefutter zu beachten. Denn leider gibt es noch immer Produkte, für dessen Herstellung Tierversuche eingesetzt werden. Beispielsweise hat die Tierrechtsorganisation PETA erst im Oktober 2013 darüber berichtet, dass Hersteller wie beispielsweise Royal Canin, lams und Eukanuba ihre Produkte an Tieren testen. Auf der verlinkten Seite von Peta findet ihr eine Auflistung mit Herstellern, die auf Tierversuche verzichten!

Tierversuche dürfen einfach nicht sein! Wir leben im 21. Jahrhundert und sind hochentwickelt. Wir brauchen heute keine Tierversuche mehr! Davon bin ich überzeugt!

BARF Nahrung von Pets Deli

4 Kommentare für “5 Tipps zur gesunden Hundeernährung”

  1. Hallo,
    ich finde die Tipps zur Fütterung sehr hilfreich. Unser Hund ist ein halbes Jahr alt und hat immer Blähungen, obwohl wir ihm schon verschiedene Futtersorten gegeben haben. Was kann ich da noch machen?

    lg Julia

    Antworten
    • Hallo Julia,

      freut mich wenn ich dir helfen konnte : )

      Blähungen können auch von einer Unverträglichkeit kommen gegenüber gewissen Bestandteilen. Vielleicht probierst du es mal
      mit einer Futtersorte für empfindliche Hunde. Achte mal auf Milchbestandteile, Hülsenfrüchte oder besonders fettige Inhaltsstoffe. Diese können Blähungen verursachen.

      Gleichzeitig können Blähungen auch ein Anzeichen für Krankheiten wie an der Bauchspeicheldrüse oder des Darms sein. Sollten die Blähungen dauerhaft bestehen, würde ich mal beim Tierarzt nachfragen! Sicher ist sicher.

      Zudem: Was für eine Rasse habt ihr? Es gibt einige Rassen mit sehr kurzer Schnauze. Diese Hunde schlucken beim Fressen oft mehr Luft als normalerweise natürlich. Das führt zu Blähungen.

      Ich hoffe ich konnte dir helfen. Falls du weitere Fragen hast, einfach hier melden.

      Liebe Grüße

      Antworten

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